Friesenheim Wer will die Wasserbüffel pflegen?

Bei Schutterwald können die Wasserbüffel bereits grasen. Wann die weitere Tiere auf der Allmendwiese in Oberschopfheim sind hängt davon ab, wann das Regierungspräsidium einen geeigneten Pfleger findet. Foto: Bohnert-Seidel

Oberschopfheim - Eigentlich sollten seit März Wasserbüffel n Oberschopfheim weiden. Das Regierungspräsidium Freiburg sucht jedoch einen erfahrenen Tierpfleger, der die Tiere betreut.

Die Ansiedelung von Wasserbüffel ist vorerst gestoppt. Jochen Bresch, Landschaftsplaner und -architekt, der für das Regierungspräsidium Freiburg die Feuchtwiese betreut, muss sich nach einem neuen Tierhalter umschauen. Angedacht ist die Beweidung einer Fläche von knapp 2,5 Hektar mit zwei bis drei Wasserbüffeln.

Der Bau eines Zauns war bereits in Planung. Mit der Betreuung der Tiere war ein Landwirt aus Schutterwald vorgesehen, der bereits dort Wasserbüffel im Auftrag des Regierungspräsidiums betreut. Berufliche Veränderungen dieses Landwirts haben die Planungen für Oberschopfheim erst einmal zunichte gemacht.

Die Haltung der Wasserbüffel in Schutterwald sei aber nicht gefährdet, so Bresch. "Aktuell sind wir auf der Suche nach einem Tierpfleger", erklärt Bresch. Es sollten Menschen sein, die Erfahrung mit solchen Tieren haben. Interesse allein, reiche nicht aus.

Allmendwiese ist rund 20 Hektar groß

Die Pflege dieser 2,5 Hektar Allmendwiesen obliegt dem Regierungspräsidium Freiburg. Alle weiteren knapp 18 Hektar Wiesenflächen sind über die Gemeinde Friesenheim an Landwirte verpachtet.

Die Ansiedelung von Wasserbüffel in Oberschopfheim führe zur Artenvielfalt im ausgesprochenen Vogelschutzgebiet, so Bresch zur Zielsetzung. Wasserbüffel eigneten sich sehr gut für die Fläche, direkt hinter dem Oberschopfheimer Baggersee in westlicher Richtung. Reihum befindet sich hier ein Wiesenwässerungssystem, das im März die Wiesen über die Öffnung des Stellwerks zur Schutter flutet. Auch der heimische Jagdpächter hatte die Beweidung auf dieser Fläche für sinnvoll erachtet.

"Wasserbüffel zählen zu den ursprünglichen Bewohnern von Sumpf und Auenlandschaften und schaffen ganz nebenbei artenreichen Lebensraum in ihrem Umfeld", erklärt Bresch. Mit ihren Tritten legten sie natürliche Feuchtstellen an, trampelten kleine Pfade und würden so über offene Bodenstellen kleine Tümpel schaffen.

Weitere Tier- und Pflanzenarten machte sich diese Lebensräume zunutze. Die Rede ist von der Gelbbauchunke und Fröschen. Bresch verspricht sich mit den Wasserbüffeln eine Artenvielfalt im Naturschutzgebiet, das die weitere Ansiedelung von Vögeln, Amphibien, Insekten und Pflanzen fördere. Langfristiges Ziel sei die verstärkte Entwicklung von Wiesenbrütern wie Bekassine, Braunkehlchen, Grauammer oder Kiebitze.

Die Allmendwiese in Oberschopfheim umfasst eine Fläche von knapp 20 Hektar. Im Jahr 1924/25 wurde die Wiese neu aufgeteilt und zur Bewässerung durch einen Stichkanal und Abzugsgraben bis zur Dundenheimer Mühle mit der Schutter verbunden.

Oberschopfheim investierte damals 52. 000 Mark. In den 1960er Jahren wurde die Wiesenwässerung eingestellt und die verbliebenen Stellwerke zeigten sich als Relikte einer längst vergessenen Zeit. 2014 wurde die Wiesenwässerung mit ihrem großen Stellwerk zur Schutter sowie kleineren Stellwerken entlang der Wiesenflächen für rund 81. 000 Euro in Gang gesetzt. Jetzt hofft das Regierungspräsidium auf einen erfahrenen Tierpfleger, der die Betreuung von zwei bis drei Wasserbüffel in Oberschopfheim übernehmen würde.

Wer für das Regierungspräsidium Freiburg Wasserbüffel auf der Allmendwiese betreuen möchte, kann sich bei Landschaftsplaner Jochen Bresch per E-Mail an bresch@bhmp.de melden.

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