Friesenheim Weg frei für Albea-Erweiterung

Langsam aber sicher wird der Weg frei für den Erweiterungsbau von Firma Albea auf diesem Grundstück. Archivfoto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Von Christine Bohnert-Seidel

Der Ortschaftsrat von Schuttern hat sich einstimmig für die Teiländerung des Flächennutzungsplans im Gewerbegebiet "Segel Nord" ausgesprochen. Damit stellen sich die Schutterner hinter den Ausbau von "Albea".

Schuttern. Lukas Roos vom Ingenieurbüro Zink hat in der öffentlichen Sitzung des Rats die Änderungen der beteiligten Behörden vorgestellt. Die wohl wichtigste Änderung sei die Streichung der Trasse für eine mögliche Nordumfahrung von Schuttern. Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf empfahl seinem Gremium die Änderung des Flächennutzungsplans zugunsten der Firma Albea. "Das Unternehmen will bauen und das soll sie jetzt auch", so Kopf.

Eigentlich wollte der Ortschaftsrat zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Einerseits sollte der ortsansässigen Firma Albea, der Weg zur dringend benötigten Erweiterung freigegeben werden, andererseits die Trassenführung, die bisher im Plan grob eingezeichnet war, auch weiterhin im Flächennutzungsplan Bestand haben. Da ziehe das Regierungspräsidium aber nicht mit. Für die Verschiebung sei eine artenschutzrechtliche Prüfung notwendig, was wiederum ein Jahr Verzögerung mit sich brächte. Da die Erweiterung von Albea höchste Priorität habe, geht der Ortschaftsrat im Sinne des Unternehmens den Weg des geringsten behördlichen Widerstands. Die Gemeinde bleibe dennoch an der geplanten Trassenführung dran, benötige jedoch einen erneuten Aufstellungsbeschluss und eine Flächennutzungsplanänderung zur Variantenprüfung. Eventuell könnte es am Schluss darauf hinauslaufen, dass die Trasse ohnehin nicht genehmigt wird – aus Gründen des Klimaschutzes, vermutet Ratsmitglied Guido Leberl (CDU). Jürgen Silberer (CDU) betont: "Wir dürfen die Trassenführung nicht unter den Tisch kehren. Da müssen wir dran bleiben." Sollte das Güterfrachtzentrum und das dritte und vierte Gleis kommen, gebe es einen Knotenpunkt, der die Nordumfahrung dringend benötige. Nur so wären auch die Ortsteile entlastet. "Wir werden auf jeden Fall dran bleiben", bestätigte der Ortsvorsteher.

Für etwas Ernüchterung sorgte die Aussage von Bauamtsleiter Markus Reinbold: "Ob die Nordumfahrung kommt, das ist eine Entscheidung, die nicht im Gemeinderat fällt, sondern im Landtag." Aus diesem Grund sei auch eine Flächennutzungsplanänderung nicht notwendig, da für eine Nordumfahrung ein Planfeststellungsverfahren gefordert wird. Vielleicht würde eine Empfehlung oder ein Wunsch Friesenheims für die Nordumfahrung eine Entscheidung für den Verlauf etwas erleichtern. Sollte die Nordumfahrung tatsächlich zwischen Kläranlage und künftigem Erweiterungsbau von Albea erfolgen, wäre noch ausreichend Platz für mögliche Erweiterungen der Kläranlage, erklärte Markus Reinbold.

Das alte Gewerbegebiet "Auf dem Segel" umfasst 7,75 Hektar. Mit dem neuen Bebauungsplan 2018 sowie der Teiländerung des Flächennutzungsplans soll das Gewerbegebiet um 2,1 Hektar auf knapp zehn Hektar erweitert werden. Erlaubt ist ausschließlich die Ansiedelung von Gewerbebetrieben aller Art, Lagerhäuser, Lagerplätze und öffentliche Betriebe oder Tankstellen.

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