Friesenheim Warum geht Friesenheim leer aus?

Haben vor kurzem die sanierungsbedürftige Sternenberghalle besichtigt (von links): Ewald Schaubrenner, Marion Gentges, Hans-Jürgen Kopf, Werner Schreiner und Erik Weide Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Frust im Gemeinderat: Hohberg bekommt eine Förderung für ihre Kultur- und Mehrzweckhalle in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Friesenheim, die eine Förderung für die 3,6 Millionen teure Sanierung der Sternenberghalle beantragt hat, geht leer aus.

Gemeinderat Dietmar Kairies (GLU) drückte am Montagabend seine Verwunderung darüber aus, dass im Nachbarort Hohberg ein Geldsegen regnete. Grund dafür ist die Zusage auf Förderung der neuen Kultur- und Mehrzweckhalle in Höhe von 2,3 Millionen Euro. Damit wird die Halle mit 50 Prozent staatlicher Förderung bezuschusst.

Nur Hohberg bekommt Zuschuss 

"Vor kurzem war bei uns die Landtagsabgeordnete Marion Gentges und seitens der Verwaltung wurde der Wunsch um Unterstützung für die Sanierung der Sternenberghalle gebeten", erklärte Kairies. Im Vergleich zu Hohberg stehe Friesenheim aber nun mit leeren Händen da.

"Vielleicht haben wir die falsche Frau oder den falschen Mann eingeladen", bemerkte Kairies weiter. In Hohberg handle es sich um einen Neubau. Ob sich diese Situation mit Friesenheim vergleichen lasse, stellte Bürgermeister Erik Weide in Frage. "Es verwundert trotzdem, dass wir nicht berücksichtigt werden", so Weide. Die Verwaltung werde prüfen, was sie noch tun könne. Schließlich sei die Gemeinde mehrfach im Regierungspräsidium vorstellig geworden.

Ursprünglich wurde Förderung zugesichert

"Frau Gentges wurde eingeladen, hat mit dem Landrat mehrfach gesprochen und die Unterstützung zugesichert", führte Weide aus. Die Gemeinde wird neue Anträge stellen und für 2021 versuchen, die notwendigen Räder wieder zu drehen, so Weide. Rechnungsamtsleiter Joachim Wagner erklärte, nochmals Förderanträge zu stellen und Kanäle zu finden, die vorher noch nicht bekannt waren.

Antrag auf Förderung wird erneut gestellt

Wenn Hohberg jetzt das Geld bekommen habe, erfülle die Gemeinde wohl eine Vorgabe, die in Friesenheim nicht gegeben sei. "Vielleicht geht es in Hohberg auch um Barrierefreiheit", vermutet Wagner. Der Antrag werde wieder gestellt und insbesondere werde nachgefragt, warum 2,3 Millionen Euro in Hohberg gelandet sind und in Friesenheim null Euro, so Wagner.

Was sagt Klaus Jehle, Bürgermeister von Hohberg, dazu? "Die Aufregung in Friesenheim verstehe ich nicht", so Jehle auf Nachfrage der LZ. Nach zwei Jahren Absage in Folge, habe es nun beim dritten Antrag auf Förderung der neuen Halle geklappt.

3,6 Millionen Euro wären für Sanierung nötig 

Jetzt heiße es einmal mehr für Friesenheim, "die Ärmel hochzukrempeln und alle Kontakte zu nutzen die man hat", so Jehle. "Ich gehe reihum auf Veranstaltungen und treffe so Leute, die es eben zur Unterstützung braucht."

Im Jahr 2017 hatte die Gemeinde den ersten Antrag auf Förderung gestellt. Jährlich waren Absagen zu vermelden. Aber dafür sei eine andere Gemeinde zum Zuge gekommen. "So ist das nun mal", so Jehle. Manchmal laufe ein Förderprogramm rein, manchmal nicht. Es brauche einen langen Atem und viel Durchhaltevermögen, so Jehle.

"Das Wichtigste: Man muss dran bleiben und nicht den Kopf einziehen, weil jetzt mal nichts geht. Absagen müssen zum Ansporn werden", so Jehle. Mit einem Augenzwinkern fügt er an: "Ich hoffe, dass ich trotzdem auch weiterhin nach Friesenheim kommen darf."

In der Sternenberghalle in Friesenheim drohen Lüftung und Heizung zu versagen. Eine Sanierung kostet 3,6 Millionen Euro. Im August 2018 wurde ein Antrag auf Bundesförderung für die Sanierung der Sternenberghalle in Höhe von 1,4 Millionen Euro gestellt und anschließend von der Behörde abgelehnt. Eine weitere Anfrage Mitte 2019 auf ELR-Mittel in Höhe von 0,7 Millionen Euro wurde ebenfalls abgelehnt.

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