Friesenheim Vorfreude auf letztes Motorradtreffen

Die Motorradfreunde Oberrhein laden am Wochenende, 9. bis 11. August, zum letzten Motorradtreffen am Lendersbach ein. Etwas Wehmut kommt bereits jetzt bei den Aufbauarbeiten auf. Foto: Bohnert-Seidel

Oberschopfheim - Die Motorradfreunde Oberrhein laden vom 9. bis 11. August zum 45. und letzten Fest auf der Wiese am Lendersbach ein. Grund für das finale Fest ist der fehlende Nachwuchs, der die Verantwortung übernehmen will.

Vollkommen entspannt ist die Atmosphäre während des Aufbaus für das bevorstehende Fest. Einen kühlen Tropfen genehmigen sich die Motorradfreunde Oberrhein erst nach der ersten Schicht. Seit Ende Juli steht der Bauwagen oben auf der Wiese am Lendersbach. Meinrad Pfeffer und Martin Ehret, die beiden gleichberechtigten Vorstände, haben kurz vor dem Aufbau die Wiese gemulcht. "Alles hat hier seine Ordnung". Heinz Schulz misst mit langen Schritten die Wiese ab.

Eigene Kinder vertreten andere Interessen

Gerold Bühler schlägt einen riesigen Metallstab in den Boden. Das Eck des Festzeltes wird abgesteckt. 30 mal 25 Meter – so groß war das Zelt schon immer und so groß soll es auch beim letzten Motorradfest auf der Lendersbachwiese sein.

Wenn die Männer über ihre Gefühle sprechen, die sie mit dem "wirklich letzten Datum" verbinden, kommt schon etwas Wehmut auf. "Aber wir sind auch erleichtert", sagt Pfeffer. Erleichtert, weil, wie Ehret ergänzt, "mehr als eine Woche herumturnen auf dem unebenen Gelände, ganz schön in die Knochen geht." Nächstes Jahr werde er 60 Jahre alt und zählt sich noch zu den jüngsten, die sich am Aufbau beteiligen.

Viele Komponenten kämen zusammen. Tatsächlich fehle der Nachwuchs die Generation der 35- bis 40-Jährigen. Die eigenen Kinder sind in der Regel maximal 30 Jahre alt und vertreten andere Interessen. Keine Frage, alle stünden sie unterstützend am Festwochenende zur Seite. Leider sei jedoch niemand zur Stelle, der sage: Wir übernehmen das Kommando für die nächsten fünf Jahre um das Fest zu sichern. "Wir würden ja mithelfen", sagte Ehret.

Alter und Dimension des Festes würden nicht mehr zusammenpassen. Bis zum Montagabend nach dem Fest werden die Motorradfreunde knapp zwei Wochen Arbeit geschultert haben. Jeder bringe sich mit seiner eigenen Begabung für ein Handwerk ein. Außerdem stiegen auch die Auflagen. Dass die Motorradfreunde bis heute keine Sicherheitskräfte benötigten sei ein Glück. "Ansonsten hätten wir schon viel früher aufgehört", so Ehret.

Dem Motorradfest wohlwollend gegenüber stehen auch die vier Eigentümer, die den Platz zur freien Verfügung stellten. "Alle sind uns wohlgesonnen", sagt Ehret. Die Gemeinde und die Bevölkerung stünden hinter dem Fest. Seit 15 Jahren entwickelte sich dieses immer mehr zum Dorffest. Die Gäste würden vor allem den Pendelservice gern in Anspruch nehmen. Das Auto bleibt dann an der Auberghalle stehen. Entweder gehe es zu Fuß oder mit dem Vereinsbus der DJK hoch hinauf zum Fest.

Am 27. April 2018 haben sich die Motorradfreunde Oberrhein in einer einstimmigen Entscheidung für das Ende des Festes ausgesprochen. Der Verein bleibe selbstverständlich nach wie vor bestehen.

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