Friesenheim Von drauß’ vom Walde kommen sie

Nikolaus und Knecht Ruprecht hatten ganz schön viel Ähnlichkeit mit Bürgermeister Erik Weide und Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf. Gemeinsam haben die Kinder das erste Waldweihnachten in Friesenheim gefeiert. Fotos: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Erstmals haben 250 Grundschüler in Friesenheim Waldweihnacht gefeiert. Und etwas ist dort gleich mehreren Kindern aufgefallen: Der Nikolaus sah dem Bürgermeister erstaunlich ähnlich. Auch Knecht Ruprecht kam vielen bekannt vor.

Friesenheim. " Von drauß’ vom Walde komm ich her", das Gedicht von Theodor Storm fand bei den Grundschulkindern in Friesenheim und Schuttern eine ganz reale Bedeutung. Knecht Ruprecht hat am Freitagmorgen bei den Grundschulkinder zwar nur eine untergeordnete Rolle gespielt, aber der ziemlich große Nikolaus mit Bischofsstab und Mitra fand eine ganz besondere Bewunderung. Mit einem Reim hat sich der Nikolaus bei den Kindern vorgestellt. Ihm zur Seite in ein rauhes Sackkleid gehüllt, Knecht Ruprecht. Mit Rute, Sack und Schelle ausstaffiert, zeigte sich Ruprecht sehr zurückhaltend. An beiden Grundschulen zeigten sich nur ganz liebe Kinder, die mit dem größten Eifer ihre Nikolauslieder lauthals sangen.

Harald Herzog hatte die Idee zur Waldweihnacht

In Friesenheim erlebten mehr als 250 Grundschulkinder eine Waldweihnacht, wie sie bisher einmalig war. Die Idee gemeinsam mit allen Grundschulklassen ein Nikolausfest zu feiern, kam vom Elternbeiratsvorsitzenden Harald Herzog. "Wir wussten, dass einzelne Klassen ab und zu zur Waldweihnacht ins Schuttertal gefahren sind. Aber wieso müssen wir Friesenheimer mit unserem schönen Wald vor der Haustür ins Schuttertal fahren?", fragte sich Herzog.

Kurzum war die Idee zur ersten gemeinsamen Nikolausfeier am Vollmer im Friesenheimer Wald geboren. Die Grundschulkinder aus Schuttern sind mit dem Bus nach Friesenheim an die Grundschule gekommen. Gemeinsam marschierte die große Kinderschar gegen 8.30 Uhr über die Holzgasse Richtung Vollmer in Oberweier. Binnen einer Stunde haben die Kinder die Wegstrecke von knapp drei Kilometern zurückgelegt. Müde waren die wenigsten. Im Gegenteil: Alle hatten großen Spaß und tobten gemeinsam herum. "Der Wald ist die schönste Weihnachtsdekoration", stellte Interimsrektorin Monika Doberitz fest. Nur zu gern unterstützte sie die naturnahe Aktion der etwas anderen Nikolausfeier.

Mit großer Begeisterung singen Kinder ihre Nikolauslieder

Beim längeren Anblick von Bischof Nikolaus meinte ein kleiner Junge: "Hey, das ist doch unser Bürgermeister." Über die Herkunft von Knecht Ruprecht schieden sich noch die Geister: "Aber irgendwie sieht er doch aus wie der Ortsvorsteher von Schuttern", bemerkte ein Kind aus der Grundschule in Schuttern. Die Kinder jubelten und sangen mit großer Begeisterung ihre Nikolauslieder. Zum Aufwärmen hat Harald Herzog sowohl ein Lagerfeuer als auch heißen Kinderpunsch vorbereitet.

Noch in der vergangenen Sitzung des Freundeskreises der Grundschule im Oktober haben die Mitglieder darüber beraten, wie die Kosten für die Nikolausmänner aus Hefegebäck zu verteilen sind. Eigentlich wäre der Freundeskreis für die Kostenübernahme bereit gewesen. Jetzt ist Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf in die Bresche gesprungen und hat gemeint: "Das wird die Gemeinde übernehmen." Den Punsch hat Familie Kohler von Edeka gespendet. Das Fest wird den Kindern noch sehr gut in Erinnerung bleiben. Viele Kinder deren Stiefel vom Nikolaus nicht gefüllt worden sind, erlebten so trotzdem ein unvergessliches Fest.

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