Pfarrer Steffen Jelic spricht Menschen Mut zu "Verrückte Zeiten gehören dazu"

Sarah (von links), Sophie, Sebastian, Magdalena, Elisa und Klara zeigen stolz ihre Kräuterbüschel. Foto: Bohnert-Seidel

Patrozinium: 250 Besucher bei Feier auf der Klosterwiese

Mehr als 250 Christen feierten am Sonntag gemeinsam auf der Klosterwiese in Schuttern das Hochfest Mariä Himmelfahrt. Auf die Prozession durch den Ort wurde coronabedingt in diesem Jahr ebenso verzichtet wie auf das Fest in der Offohalle.

Schuttern. Obwohl sich die Besucher während der gesamten Feier draußen auf der Klosterwiese strengen Corona-Verordnungen unterziehen mussten, genossen die Menschen die Eucharistiefeier in Schuttern. Aus der gesamten Region waren sie nach Schuttern gekommen – mehr als 250 Christen feierten am Sonntag gemeinsam das Hochfest Marä Himmelfahrt.

Erstmals war der Kirchenchor wieder nach langer Corona-Pause gemeinsam unter der Leitung von Ruth Schneeberger aufgetreten. Ganz selbstverständlich singen im Kirchenchor von Schuttern zum Patrozinium auch Projektchorsänger. Zudem wurde der Gesang von der Solistin Bernadette Leberl unterstützt .

Zahlreiche Musiker und Sänger untermalen das Hochfest

Posaunen- und Trompetenklänge waren vom Bläserquintett des Musikvereins Schuttern zu hören. Viele Menschen sorgten für das Gelingen des Hochfestes. Pfarrer Steffen Jelic und alle Gäste dankten ihnen mit Applaus.

Bevor die Menschen auf der Klosterwiese Platz genommen hatten, bewunderten zahlreiche von ihnen den Kräuterkranz auf dem Kirchplatz. In jedem Jahr finden sich Frauen, die diesen Dienst für die Kirche übernehmen. In den Vasen am Altar standen üppig Gladiolen. Außerdem wurden auch die Kräuterbüschel, die die Frauengemeinschaft "Frauen aktiv" zusammengestellt hatten (wir berichteten), gegen eine Spende angeboten. Diese konnten gesegnet werden. Der Erlös des Kräuterbüschelverkaufs soll an das Georg-Schreiber-Haus gehen.

Pfarrer Jelic hatte in diesem Jahr nicht nur Pater Tijo und Diakon Thomas Schneeberger an seiner Seite. Aus Mannheim kam der gebürtige Schutterner Pfarrer Tobias Streit, der bis zum 31. August als Jugendseelsorger im Dekanat Mannheim wirkte. Ab dem 1. September übernimmt der 34-Jährige die Leitung für die Seelsorgeeinheit Neckar-Elsenz.

Pfarrer Jelic sprach in seiner Predigt von "verrückten Zeiten". Es sei verrückt, was in der Welt abgehe. "Früher war vielleicht vieles anders, aber auch nicht viel besser", so der Pfarrer und berichtete aus seiner Familiengeschichte. "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" gebe es nicht erst seit der Gründung der gleichnamigen Seifenoper im Jahr 1992. Zum Leben gehörten verrückte Zeiten dazu. Davon könnte sicher auch Maria ein Lied singen, die geschätzt im Alter von 14 Jahren schwanger war, so Jelic. Sie habe ihre Hände in Zuversicht und auf das Vertrauen auf Gott ausgebreitet und nicht die Fäuste geballt.

Bei aller Zuversicht sei Glaube nicht als die Abwesenheit von Fragen und Unsicherheit zu verstehen. Vielmehr verleihe der Glaube Kraft und Trost trotz Zweifel und Unsicherheit. Wichtig sei ein gewisser "Vertrauensmuskel in der Körpermitte".

Auf ihren Sauerbraten mit Nudeln mussten die Gottesdienstteilnehmer verzichten. Das Nudelfest in der Offohalle wurde coronabedingt abgesagt. Dafür wurde dann gemeinsam mit der Familie zuhause gekocht, war von vielerlei Besuchern zu hören. Am Abend zogen die Christen nochmal in die Kirche: Die Schola der Kirchengemeinde Friesenheim unter der Leitung von Georg Eichner gestaltete die feierliche Marienvesper mit ihrem Gesang mit.

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