Friesenheim Verneigung vor der Lebensleistung von Richard Haas

Oberweier - Sein halbes Leben hat Richard Haas seinem Heimatort Oberweier gedient. Grund genug für die Gemeinde, Vereine und Kirche sowie den Partnerort Dorlisheim, Danke zu sagen und Haas nach fast 30 Jahren als Ortsvorsteher zu verabschieden. Am Freitagabend verneigten sich in der Sternenberghalle mehr als 100 geladene Gäste vor seiner Lebensleistung.

Dorlisheims Bürgermeister Gilbert Roth skizzierte Haas als Gestalter der deutsch-französischen und europäischen Idee und ernannte ihn zum Ehrenbürger von Dorlisheim. Einer der vielen großen Momente mit den Freunden aus dem Elsass war die Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde.

"Als Richard Haas verkündete, dass er sein Amt niederlegen wolle, stand nicht die ganze Welt, aber Oberweier kopf", erklärte Friesenheims Bürgermeister Erik Weide. Sechs mal wurde Haas zum Ortsvorsteher gewählt. 1989 habe er es geschafft, in damals schwierigen Zeiten, das Gremium zu einen. Die Oberweierer standen hinter ihm und er habe auf hervorragende Art und Weise den Spagat zwischen Ortschafts- und Gemeinderat gemeistert. Haas habe seine Arbeitsweise stets den Themen und Menschen angepasst. Meilensteine seiner Amtszeit waren der Bau der Waldmattenhalle, der Schulsportplatz, der Wiederaufbau des Walds, die Gasversorgung von Oberweier, die Entwicklung von Neubaugebieten, des Schlüsselplatzes und die Erneuerung von Spielplätzen. All dies könne nur leisten, wer seinen Ort liebe und die Menschen schätze. Das Wirken von Haas verdiene Respekt und Anerkennung, so Weide.

Haas’ Stellvertreter Oskar Kopf erinnerte an den Lausbuben von einst, den Sohn eines Zimmermanns, von dem er sagte: "Das Glück hat es in den vergangenen 30 Jahren gut mit uns Oberweierern gemeint." Michael Jäckle aus Oberschopfheim als dienstältester Ortsvorsteher-Kollege verabschiedete einen "Freund, der immer Lösungsansätze parat hatte und kreativ seinen Weg für Oberweier und die Gesamtgemeinde gegangen" sei. Die Oberweierer hätten ihrem Ortsvorsteher vertraut, weil er sich bei den Entscheidungen kompromissfähig gezeigt habe, erklärte Peter Zimmermann für die Freien Wähler. "Du hast ein Stück Gemeindegeschichte geschrieben", betonte Altbürgermeister und Ehrenbürger Eugen Götz. Er habe sich während seiner Amtszeit immer auf einen "zuverlässigen Mitstreiter und Wegbegleiter" verlassen dürfen.

Haas’ Leistung sei über das normale Maß der Pflichterfüllung hinausgegangen. Allen Vereinen und Einrichtungen habe er seine Aufmerksamkeit geschenkt, erklärte Klaus Beiser. Haas habe es bei der 950-Jahr-Feier, die seinen Namen trage, verstanden, alle Vereine zu einen.

Bewegend und emotional verabschiedete sich Haas selbst: "Ich trete guten Gewissens gerne ab. Die Zeit war lang, interessant, lehrreich, oft strapaziös und nicht ganz erfolglos." Als Geschenk gab es für seinen Ort die Freilegung des Jägerpfads.

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