Friesenheim Trauriges Gesicht für Temposünder

Wenn der Fahrer die vorgeschriebenen 30 Kilometer pro Stunde einhält, schenkt ihm die Messtafel ein Lächeln. Darüber freuen sich (von links): Hans-Jürgen Kopf, Michael Jäckle, Bürgermeister Erik Weide, Brigitta Schrempp, Philipp Wörter und Bernhard Hertweck Foto: Bohnert-Seidel

Heiligenzell - In den Ortsteilen Heiligenzell, Oberschopfheim, Oberweier und Schuttern wurden vier neue Geschwindigkeitsmesstafeln der Öffentlichkeit übergeben. Bürgermeister und Ortsvorsteher erhoffen sich dadurch mehr Verkehrssicherheit.

Bürgermeister Erik Weide betonte, die neuen Messtafeln seien eine erste Maßnahme, die aus dem Verkehrskonzept resultiere. Immer wieder wurden zu hohe Geschwindigkeiten als Gefahrenzonen in den Ortsteilen moniert. Dank gelte den Mitarbeitern des Bauhofs mit Bauhofleiter Bernhard Hertweck, der mit seinem Team die Messtafeln angebracht hatte.

Mehr Verkehrssicherheit durch Smileys 

Wer sich an die Richtgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde hält oder sogar darunter liegt, erhält ein aufblinkendes Danke und ein lachendes Gesicht. Wer zu schnell fährt, erhält wiederum ein trauriges Gesicht. Die vier Messtafeln kosten die Gemeinde Friesenheim insgesamt 15.000 Euro. Die Beschaffung war bereits Teil der Haushaltsberatungen aus dem Jahr 2019 für 2020. Bürgermeister Erik Weide erhofft sich mit den Ortsvorstehern eine Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer für die Geschwindigkeit und dadurch mehr Verkehrssicherheit.

In Heiligenzell häuften sich in der Vergangenheit die Beschwerden an Schule und Kindergarten, dass zu viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs seien. Der Vorteil einer Geschwindigkeitsmesstafel sei nun, dass sie die Verkehrsteilnehmer zu mehr Achtsamkeit mahne, was Heiligenzells Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp selbst täglich auf ihrer Durchfahrt in Hugsweier erfahre. Die erzieherische Funktion der Maßnahme sei offensichtlich, so Schrempp.

Die Messtafel wirke sofort, ein Strafzettel erst später

Oberweiers Ortsvorsteher Andreas Bix bediente sich der Statistik und erklärte, 3000 Verkehrstote pro Jahr seien mehrheitlich auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen. Die Messtafel wirke sofort. Ein Strafzettel erst eine Woche später, wenn der Bescheid im Briefkasten liege.

In Oberweier ist die Tafel ebenfalls auf Höhe des Kindergartens angebracht. Dort hätten Mitarbeiter außerdem noch im Vollmerweg einen Blumenkübel aufgestellt. Mehr Vorsicht sei auch von den Eltern zu erwarten, die ihre Kinder abholten oder brächten, so Bix.

Von einem Nadelöhr sprach Oberschopfheims Ortsvorsteher Michael Jäckle in der Diersburger Straße in Oberschopfheim. Zu enge Straßenführung, das Fehlen eines Gehwegs und die häufigen Beschwerden von Anwohnern wegen zu schnellen Fahrens seien klare Zeichen für die Notwendigkeit einer Messtafel in der Diersburger Straße.

Unterschiedlich seien die Anliegen der Bürger: der eine fahre zu schnell, andere beklagten die Parksituation, so Schutterns Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf. Die Geschwindigkeitsmesstafel ist in Schuttern auf Höhe der Kirche angebracht worden.

Tafeln lassen sich nach Bedarf auch drehen

An der Schutterner Kirche sei eine Engstelle, die Messtafel und sollte dort vor allem im Hinblick auf die LKW-Fahrer zu mehr Vorsicht und einer Reduzierung der Geschwindigkeit führen, so Kopf.

Dass sich alle Tafeln auch bei Bedarf drehen lassen und den Verkehr aus der entgegengesetzten Richtung messen können sollen, sei eine Option, die Bernhard Hertweck auf Wunsch von Ortsvorsteherin Brigitta Schrempp möglich mache. Für die ersten Wochen bleibt jedoch alles zunächst gleich.

Geringe Kosten

Die Tafeln funktionieren mit Strom. Durch den Pufferakku, der tagsüber über die Straßenlaterne geladen wird, entstehen nur geringfügige Kosten für den laufenden Betrieb.

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