Friesenheim Trainer entdeckt Talente am Schießstand

Am Schießstand im Schützenhaus in Oberschopfheim (von links): Michael Kohler, Markus Kohler und Dietmar Jägerbauer Foto: Bohnert-Seidel Foto: Schwarzwälder-Bote

Oberschopfheim (cbs). Petra und Stefan Schaubrenner biegen um die Ecke. Ihr Ziel ist das Schützenhaus in Oberschopfheim. Sportlich sind die Geschwister schon, aber Sportschießen gibt es nur einmal im Jahr. Beim Dreikönigsschießen mit dem Schützenverein am Schießstand im Schützenhaus in Oberschopfheim.

Die beiden Schaubrenners zählten mit ihrem Vater Bruno zu den ersten Schützen beim Auftakt des Dreikönigsschießens am vergangenen Freitag. "Das ist meine Verstärkung", gibt Bruno Schau­brenner, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins zu. Mit der Stärke seiner Tochter Petra hatte er jedoch nicht gerechnet. Sie wurde der zweiten, etwas "schießschwächeren Gruppe" zugeordnet. Insgeheim raufte er sich die Haare. Mit 20 Schuss holte Tochter Petra immerhin 151 Punkte beim ersten Durchgang. Im Lauf der weiteren Tage konnte sich der Punktestand für alle Teilnehmer noch erheblich ändern.

Gegen 20.30 Uhr schneite auch Markus Kohler mit seinen Kindern Michael und Maike herein. "Ich komme schon ewig", sagt der 47-Jährige. Zwischen den Jahren gehört für ihn das Dreikönigsschießen zur Pflichtübung im Vereinsleben von Oberschopfheim. In diesem Jahr schultert auch Tochter Maike das Luftgewehr. Zum Schuss auf die Zielscheibe legt die Zwölfjährige das Jugendgewehr auf, während Bruder Michael das Erwachsenen-Gewehr mit knapp 4,5 Kilo lässig schultert.

Konzentriert blicken alle am Schießstand durch das Zielrohr: und Schuss! Markus Kohler will seinen Punktestand nicht wissen. "Wenn ich mir zu sicher bin, werde ich mit den letzten Schüssen leichtsinnig." Der erste Durchgang war zur Probe und wird nicht in die Wertung aufgenommen. 144 Punkte waren ihm zu wenig. Der letzte Durchgang sollte es an diesem Abend dennoch nicht bleiben. Nach einer oder zwei Schorle wird für viele Herren bekanntlich die Hand ruhiger.

Turnier ist auch ein Treffen unter Freunden

Außerdem ist das Dreikönigsschießen auch ein Treffen unter Freunden. Da gehört das "Schissdreckschwätze", wie es Markus Kohler formuliert, genauso dazu, wie die Tatsache, dass einige Herren ihre beste Serie nach einigen Runden am Stammtisch gegen 23 Uhr vorlegen.

Am Schießstand entdeckt Trainer Gerhard Kupfer auch das ein oder andere Talent. Andrea Jägerbauer zählt für ihn eindeutig dazu. Sie holte bei ihrem ersten Wertungsschießen gleich 171 Punkte auf der Karte. Ihre Punkte werden dem Konto des Fördervereins der Feuerwehr Oberschopfheim gutgeschrieben. Ob es gereicht hat und auch der Vorsitzende des Fördervereins Jürgen Biehl sein Soll erfüllt hat, wird sich bei der Pokalübergabe am Dreikönigstag zeigen. Für alle sichtbar aufgestellt – sozusagen als Motivation – reihten sich die silbernen und goldenen Unikate am Schießstand blitzblank aneinander.