Friesenheim SWEG wehrt sich gegen Vorwürfe

Gerade zu Hauptverkehrszeiten empfinden Friesenheimer Gemeinderäte die Busse als "zu überfüllt". Dies bestreitet die SWEG. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Friesenheimer Gemeinderäten bereitet die Situation im ÖPNV Sorgen. Busse zu Hauptverkehrszeiten seien "restlos überfüllt". Die SWEG hält dagegen, sie habe den Betrieb stets im Blick.

Friesenheim. Die Einhaltung von Hygienevorschriften werden an den Schulen und im kompletten öffentlichen Raum umgesetzt. Gemeinderat Andreas Bix (FW) macht jedoch die "restlose Überfüllung von Bussen" morgens im Pendelverkehr zu schaffen. "Da wird wild umhergemischt", stellt Bix fest. Dabei stelle die Landesregierung zusätzliches Geld zur Verfügung, um mit zusätzlichen Bussen die stark frequentierten Zeiten zu besetzen. Ratsmitglied Martin Buttenmüller (CDU) habe sich bereits an der Schule die Besetzung von Bussen angeschaut und kommt zum Schluss: "Es sind teilweise nur noch Stehplätze vorhanden."

Im ÖPNV gilt keine Abstandspflicht

Vom Busfahrer habe er die Antwort bekommen: "Mit dem Geld allein ist es nicht getan. Es braucht auch Busse und Busfahrer, die es derzeit nicht gibt."

Die LZ hat bei der SWEG nachgefragt. "Die SWEG hat in den vergangenen Tagen die Auslastung der Buslinien von Oberweier und Friesenheim nach Lahr geprüft. Dabei wurde festgestellt, dass die Busse nicht überfüllt sind", sagt Christoph Meichsner von der SWEG. In Corona-Zeiten gelte ein Bus als überfüllt, wenn alle Sitzplätze sowie 40 Prozent aller Stehplätze belegt sind. Im ÖPNV und im Schülerverkehr gelte keine Abstandspflicht nach der Corona-Verordnung. "Aber natürlich sind alle Fahrgäste verpflichtet, eine Mund-Nase-Bedeckung während der gesamten Fahrt zu tragen", erläutert Meichnser. Die Bedeckungspflicht gelte auch an den Haltestellen und Busbahnhöfen beim Warten oder Umsteigen. Ansonsten empfiehlt die SWEG auch aus Rücksichtnahme auf andere Fahrgäste dringend die Hygiene-Regeln des Robert-Koch-Instituts konsequent einzuhalten. Bezüglich der fahrgaststärksten Zeit beobachte die SWEG gemeinsam mit den Aufgabenträgern die Entwicklung, sodass gegebenenfalls mit zusätzlichen Bussen nachgesteuert werden kann. Das gelinge jedoch nur, sofern diese zur Verfügung stünden, was im Einzelfall geprüft werden müsse, so Meichnser.

Das Land Baden-Württemberg hat ein Sonderprogramm zur Förderung von zusätzlichen Schulbussen aufgelegt. Zehn Millionen Euro befinden sich im Fördertopf. Die Eckpunkte zur Förderung von Verstärkerbussen lauten: Bei einer Überschreitung von 100 Prozent der Sitzplätze und 40 Prozent der zulässigen Stehplätze bekommen die Landkreise zusätzliche Schulbusse gefördert. Dieser Wert wurde nach intensiven Erörterungen zwischen der kommunalen Seite und dem Ministerium für Verkehr festgelegt. Bis zu den Herbstferien trägt das Verkehrsministerium 80 Prozent der zusätzlichen Kosten, die bei den Landkreisen anfallen. Das betrifft sowohl den gewöhnlichen Schulbusverkehr als auch den freigestellten Schulbusverkehr, durch welchen unter anderem behinderte Kinder transportiert werden. Auch für zusätzliche Busse, die bei einer Entzerrung der Schulanfangszeiten benötigt werden, gibt das Land Geld. Nach den Herbstferien werden Land und Kommunen gemeinsam auswerten, wie die Verstärkerbusse im Schülerverkehr genutzt werden, heißt es aus dem Verkehrsministerium.

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