Friesenheim Schmutzwasser wird teurer

Allein die Sanierung der Bergstraße in Oberschopfheim kostete 300 000 Euro. Foto: Bohnert-Seidel

Oberschopfheim - Der Oberschopfheimer Ortschaftsrat zeigt Verständnis für die Änderung der Abwassersatzung mit Gebührenkalkulation. Geschlossen stimmt das Gremium für eine entsprechende Anpassung der Gebühr.

 Dass Gebührenerhöhungen nicht gerade gern gesehen sind, daran ließ Ortsvorsteher Michael Jäckle am Montagabend keinen Zweifel. Nach der Anpassung der Friedhofssatzung folgt jetzt die Änderung der Gebührenkalkulation für die Schmutzwasserbeseitigung. Zur Gebührenkalkulation hat sich die Gemeindeverwaltung die Firma Allveo Kommunalberatung ins Boot geholt. Ralf Kornmeier vom Rechnungsamt stellte die Neuerungen vor.

Die Schmutzwassergebühr soll von 1,40 Euro auf 1,78 Euro pro Kubikmeter angehoben werden, was einer Erhöhung von 27 Prozent entspricht. Die Gebührenzahler profitierten in der Vergangenheit von einer Art Rückzahlung. Überschüsse aus den Jahren 2010 bis 2015 wurden in den vergangenen drei Jahren über eine stabile Schmutzwassergebühr zum Preis von 1,40 Euro pro Kubikmeter an den Verbraucher zurückgegeben.

"In der Vergangenheit wurde sehr viel Geld in die Kanalisation investiert", erläuterte Ewald Schaubrenner, CDU. Allein in den vergangenen Jahren wurden für Oberschopfheim rund 1,6 Millionen Euro in Sachen Abwasser ausgegeben, rechnete Schaubrenner vor. Die Gebühren stünden auf einer festen Grundlage und verdienten ihre Berechtigung. Schaubrenner plädierte für eine regelmäßige Überprüfung der Gebühren und deren Anpassung. Zu hohe Anpassungen seien der Bevölkerung nur schwer vermittelbar. So ließe sich aufkeimender Unmut über zu hohe Sprünge vermeiden.

Ratsmitglied Gerhard Geiger, CDU fragte sich, ob keine genauere Gebührenberechnung möglich sei, um so Gebührennachzahlungen zu vermeiden. "Ich sehe nicht ein, dass ich beim Wasser mehr bezahle, als eigentlich notwendig", so Geiger. "Bei 1,5 Millionen Euro Umsatz sei eine exakte Gebührenkalkulation recht schwierig", betonte Kornmeier. In der Kalkulation seien geplante Baumaßnahmen eingerechnet, die sich hin und wieder aufgrund der Konjunkturlage verzögerten oder gar verteuerten.

Künftig sei mit sehr hohen Ausgaben bei der Kläranlage zu rechnen. Die Gemeinde Friesenheim sei mit 82 Prozent am Abwasserverband beteiligt. Gemessen an den Millionenbeträgen, die es im Bereich Abwasserverband gebe, ließe sich mit einer Abweichung von 30 000 Euro recht gut leben, erklärte Kornmeier. "Die Gebührenkalkulation ist kostendeckend, da lassen sich gerade einmal zwei Prozent Abweichung sehr gut vertreten", erklärte Martin Mussler, FW.

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