Friesenheim Schlatterer hat alles im Blick

Jürgen Schlatterer liebt seine Tätigkeit. Foto: cbs Foto: Lahrer Zeitung

Friesenheim (cbs). Wenn der TTC Friesenheim am kommenden Wochenende sein 38. Zweier-Mannschaftsturnier ausrichtet, darf vor allem ein Mann nicht fehlen: Jürgen Schlatterer. Seit mehr als 30 Jahren ist der Friesenheimer als Unparteiischer im Dienste des Tischtennissports unterwegs. Jedes Jahr nimmt er an Kursen zur Auffrischung seiner Lizenz teil. Als Oberschiedsrichter ist der 64-Jährige für den reibungslosen Ablauf bei Turnieren verantwortlich. Unscheinbar in Schwarz gekleidet, sitzt er meist rechts außen auf der Tribüne – die Platten fest im Blick.

Seit 1980 gehört Jürgen Schlatterer dem Tischtennisclub in Friesenheim an. Erfolgreich habe er selbst schon in der Verbandsliga für den TTC gespielt. Im Jahr 1994 habe ihm eine Erkrankung den Sport unmöglich gemacht, erzählt er. Auf die Krankheit folgte eine Verletzung und am Ende eine Bein-Amputation. "Durch nichts lasse ich mich unterkriegen", sagt Jürgen Schlatterer. Stets ist er ohne Gehstock unterwegs. Kurz hebt er das Hosenbein und klopft vertrauensvoll auf seine Prothese.

"Der Tischtennisclub ist ein Stück Familie und meine sportliche Heimat", begründet Schlatterer seine Verbundenheit. Über seine Verbindungen zum Deutschen Tischtennisbund treffe er immer wieder auf Freunde aus seiner aktiven Zeit und er weiß: "Trotz Behinderung schreibt einen niemand ab."

Ein korrektes Umfeld fördert beim Sport die Konzentration

Tatsächlich entgeht seinem wachsamen Auge nichts: Her­umliegende Handtücher, Umrandungen, die möglicherweise als Ablage genutzt werden, sind ihm ein Dorn im Auge. "Das macht keinen guten Eindruck", meint Schlatterer.

Nicht nur während des Spiels, sondern schon viel früher, bei den Vorbereitungen der Wettkämpfe, ist er im Amt. Bis jede Tischtennisplatte im Wasser steht, rückt er viele Mal mit seiner Wasserwaage aus dem Schiedsrichterkoffer an. Stimmt das gesamte Ambiente – Licht, Temperatur, Netze und Umrandung – trage dies zum sportlichen Wettkampf bei, denn dann werde niemand von Nebenplätzen abgelenkt.

Außerdem weiß Schlatterer, dass er sich während des Spiels voll und ganz auf Aufschläge und Spielwechsel konzentrieren kann. Konzentration sei das Wichtigste beim Tischtennis. "Der Sport ist viel schneller geworden", sagt er anerkennend. Schläger, Bälle und Platten seien noch professioneller.

Umso wichtiger ist ihm der regelmäßige Einsatz als Schiedsrichter. Außerdem weiß er: "Vereine, die keine Schiedsrichter stellen, bekommen eine Geldstrafe aufgebrummt." Aber das allein ist nicht der Grund dafür, dass Lauer über ihn sagt: "Wir sind froh, dass wir den Jürgen haben."

Am Wochenende, 8. und 9. September, findet ab 9 Uhr das 38. Zweier-Mannschaftsturnier in der Sporthalle statt. Der Eintritt ist frei.

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