Friesenheim Roboter reparieren Risse im Kanal

Friesenheim (cbs). Der Gemeinderat hat den Auftrag für die Kanalsanierungsarbeiten "In der Kruttenau" an die Firma Rainer Kiel in Blomberg vergeben. Die Auftragssumme liegt bei knapp 90 000 Euro.

Eigentlich könnte die Schutterner Bevölkerung denken: Sind die denn bei der Gemeinde von allen guten Geistern verlassen? Jetzt ist die Straße "In der Kruttenau" in den vergangenen zwei Jahren aufwändig saniert worden und schon wieder steht eine Kanalsanierung an. Der Kanal wurde "In der Kruttenau" jedoch nicht saniert. Der Kanal, der tiefer im Boden liegt, blieb bei den Sanierungsmaßnahmen weitestgehend unberührt. Lediglich in jenen Abschnitten, in denen der Kanal nahezu obenauf gelegen habe, wie im Bereich Richtung Baggersee, wurden auch die Rohre ausgetauscht. Im Kanal wurden mittels Kamera einzelne Risse festgestellt. Diese gelte es gemäß einer wasserwirtschaftlichen Dringlichkeit zu beheben.

Die bevorstehende Kanalsanierung wird jetzt mit einer Art "Inlinerverfahren" gemacht. Es wird keinen Eingriff in den Straßenbelag geben. Roboterähnliche Maschinen fahren in die Schächte reinigen und Fräßen schadhafte Stellen ab. Kunstharz wird zur weiteren Abdichtung verwendet und sichere so eine Langlebigkeit zu. Zum Schluss wird der gesamte Kanal mit einer Membran aus Kunststoff überzogen.

Sicher hätten sich die Mitarbeiter im Bauamt überlegt, ob nicht im Zuge der kompletten Sanierung in der Kruttenau eine Kompletterneuerung der Kanalisation zweckmäßiger gewesen wäre. Letztlich blieb eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung das Zünglein an der Waage. Im Vergleich wäre ein Komplettsanierung 50 000 Euro teurer geworden. Eine Summe, das bei knapper Haushaltslage ohnehin besser eingespart wird, so die Mitteilung vom Bauamt. Die Inlinermethode garantiere eine Haltbarkeit von 50 bis 80 Jahren. Diese Art und Weise habe sich bereits seit Jahren bewährt.

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