Friesenheim Pendler fordern Zug um 7.11 Uhr

Harald Wendle setzt sich für die Pendler ein und damit verstärkt für den Halt um 7.11 Uhr. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Friesenheim (cbs). Seit dem 15. Juni gilt der neue Fahrplan der Rheintalbahn. Mit dem Fahrplanwechsel einher kommt auch die Streichung einer für die Pendler wichtigsten Verbindungen um 7.11 Uhr von Friesenheim nach Offenburg. "Schüler und Berufstätige vermissen diese schmerzlich, die Verbindung um 7.43 Uhr ist keine Alternative", erklärte Harald Wendle, einer von 65 Pendlern, die sich an einer Unterschriftenaktion beteiligt haben. Die Liste wurde am Montag dem Gemeinderat vorgelegt, verbunden mit der Appell: "Wir Pendler aus Friesenheim fordern die sofortige Rücknahme der seit dem 15. Juni 2020 schlechteren Zuganbindung auf der Rheintalbahn."

Bürgermeister setzt sich für Änderung ein

Unterschrieben haben auch sehr viele Schüler, die in Offenburg Schulen besuchen oder ihre Ausbildungsplätze haben. Wendle habe genau hingeschaut und die Anbindungen der Bahn analysiert. Dabei kommt er zum Schluss: "Die Änderung ist für Friesenheim weder sachlich noch materiell gerechtfertigt." Der Regionalzug mit der Nummer 17004 fahre morgens alle Bahnhöfe an, nur Friesenheim wird um 7.11 Uhr mit einem Stopp ausgespart. "Dabei steht der Zug, wenn er um 7.12 Uhr in Offenburg ankommt, sage und schreibe 22 Minuten", so Wendle. Auch der erste Zug um 6.36 Uhr sei keine wirkliche Option für die Friesenheimer Pendler, deren Arbeits- und Schulbeginn meist um 8 Uhr ist.

Bürgermeister Erik Weide zeigte Verständnis und berichtete aus einer Verkehrskonferenz, aus der hervorgegangen sei, dass nicht die Bahn die Fahrpläne schreibe, sondern das Land. Der Fahrplan orientiere sich an den beiden Gleisen, die zur Verfügung stünden. "Es fehlen schnelle Züge, die pro Halt nicht so lange brauchen", so Weide. Im November sollten die Züge wieder in den Normalbetrieb übergehen. Warum das Land ausgerechnet den Stopp in Friesenheim um 7.11 Uhr nicht ausgeschrieben habe, entziehe sich der Kenntnis des Bürgermeisters. "Sehr wahrscheinlich wird es erst ab 2021 einen neuen Fahrplan geben", so Weide.

Friesenheim sei gerade einmal zwei Wochen vor der Fahrplanänderung über die neue Regelung in Kenntnis gesetzt worden. Die Ausschreibung zur Änderung war schon lange vorher bekannt, aber die Kreise wurden nicht eingebunden. "Wie die Deppen sind wir dagestanden und der Frust hat auf der Verwaltung gelastet", so Weide. Dass die Gemeinde eher auf den Zug um 15.15 Uhr verzichten könnte, als auf die frühe Verbindung um 7.11 Uhr leuchte ein. Ein Treffen wird arrangiert, um diesen Halt wieder zu bekommen, versprach Weide. "Wir geben unser Bestes."

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