Friesenheim Papst-Audienz spornt Ministranten an

Oberministrant Fabio Krämer ist Hauptverantwortlicher der Kirchengemeinde für die Romwallfahrt im Sommer. Foto: cbs

Oberschopfheim - Friesenheimer Ministranten nehmen gemeinsam an der internationalen Rom-Wallfahrt teil. Zur Finanzierung laden die Jugendlichen auf Samstag, 19. Mai, ab 13 Uhr zum Spendenlauf ins Mühlbachstadion ein.

 

Jeder Ministrant soll einmal in seinem Ministrantenleben eine internationale Rom-Wallfahrt erleben. Mit dieser Motivation geht Oberministrant Fabio Krämer gemeinsam mit seinem Kollegen Philipp Müller an die Organisation der Wallfahrt vom 29. Juli bis 4. August. Als Hauptverantwortlicher hat der 21-Jährige duale Student für Wirtschaftsinformatik ganz schön viel zu tun. Die eigene Erfahrung aus drei Romfahrten bringt einiges an Erleichterung.

Alle vier Jahre reist die Erzdiözese mit knapp 8000 Ministranten zur Papst-Audienz nach Rom auf den Petersplatz. Alle acht Jahre reisen Minis­tranten aus der ganzen Welt zur internationalen Rom-Wallfahrt. Papst-Audienz, Sprachenvielfalt, Gesang in den Straßen, Begegnungen und neue Freundschaften – all das mache diese Wallfahrt zum Erlebnis, so Krämer. Alleine die Busfahrt mit Übernachtung und Frühstück kostet pro Teilnehmer 450 Euro.

300 Runden wollen die Jugendlichen schaffen

Eintrittspreise zum bewachten Strand, Besuch von Museen, kulturelle Veranstaltungen und ein geregeltes Abendessen kosten extra. Für diese Extras hatten die Ministranten in den vergangenen Wochen und Monaten Kuchen gebacken. Mit einem Sponsorenlauf am Samstag im Mühlbachstadion in Friesenheim soll die Spendensammlung einen weiteren Höhepunkt erreichen.

Bürgermeister Erik Weide und die beiden Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf (Schuttern) und Michael Jäckle (Oberschopfheim) werden zum Startschuss die ersten Läufer sein. Pro Runde werden drei Euro gesammelt, erklärt Krämer. Laufen sollen jedoch die Ministranten, die mitfahren. Längst sind vereinzelt in den Ortsteilen Jugendliche im Laufdress zu sehen. "Ja, viele trainieren auf den kommenden Samstag", sagt der 21-Jährige. Der Zwei-Meter-Mann will sich seine Laufschuhe ebenfalls anziehen.

150 Karten, will heißen, 150 Runden haben die Ministranten bereits verkauft. 300 sollten es sein, so die Kalkulation. Wer die Ministranten unterstützen will, ist zum Mitlaufen oder Spenden eingeladen. Es darf auch nur gemütlich eine Runde gegangen werden. Eigentlich wollte sich Krämer in diesem Jahr gänzlich aus der Ministrantenarbeit zurückziehen. Mit 21 Jahren ist in der Regel Schluss mit dem Dienst in der Kirche. Als die Organisation der Mini-Wallfahrt angestanden hatte, war ihm klar: "Es braucht jemand Erfahrenen, der die Minis­tranten durch Rom lotst und begleitet."

Krämer hatte bereits die Wallfahrt im vergangenen Jahr organisiert. Obwohl Pfarrer Steffen Jelic in diesem Jahr nicht dabei sein wird, unterstütze er die Ministranten in allen Belangen. Warum die Ministranten überhaupt eine Rom-Wallfahrt brauchen, beantworte sich für den Oberschopfheimer ganz einfach: "Mit unserem Dienst in der Kirche leben wir Ministranten unseren Glauben ganz lebendig." Wenn der Papst zur Audienz ganz nah an der Jugend vorbeifahre, sei das Gänsehautstimmung pur und einfach nur Motivation für den künftigen Dienst in der heimischen Pfarrkirche.

Viele Menschen seien dankbar für diesen ehrenamtlichen und freiwilligen Dienst in der Kirche. "Manch Spender gibt auch fünf Euro pro Runde oder einfach nur Geld in unsere Kasse", sagt Krämer. Jeder Ministrant soll mitreisen. Falls Eltern die Finanzierung der 450 Euro nicht möglich sei, komme die Kirchengemeinde dafür auf.

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