Friesenheim "Noch schlechter als gedacht"

Der Friesenheimer Bahnhof präsentiert sich nicht gerade in bestem Zustand. Das hat nun auch ein Mitarbeiter der Deutschen Bahn festgehalten Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Friesenheim (cbs). Der Ruf für eine Barrierefreiheit am Friesenheimer Bahnhof ist in den vergangenen Jahren immer lauter geworden. Rollstuhlfahrer müssen mit dem Bus nach Lahr oder Offenburg fahren, um in den Zug einzusteigen. Die fehlende Barrierefreiheit ist in der Vergangenheit immer wieder Thema im Gemeinderat gewesen.

Jüngst war Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn im Südwesten, zu Gast in der Region. Auch Friesenheim stattete er einen Besuch ab. Das Treffen in Friesenheim kam über die "WRO" (Wirtschaftsregion Ortenau) zustande. Bürgermeister Erik Weide sprach von einer "sehr guten Sache", einen Bahnbevollmächtigen in die Region zu bekommen. Offensichtlich zeigte sich der Konzernbevollmächtigte sehr erschrocken über den Zustand des Bahnhofs. Er kenne den Ort nur von Fotos. Jetzt bemerkte er wohl: "Der Zustand ist noch schlechter als gedacht." Begutachtet wurde das Gebäude, die Unterführung und die Haltestellen. Die Mängel einer Barrierefreiheit oder der desolate Zustand der Unterführung erkannte er sehr wohl. Allerdings fehlten Friesenheim für die Schaffung einer Barrierefreiheit die notwendigen 1000 Fahrgäste pro Tag. Unter dieser Zahl werde es keine Veränderung geben. Einziger Hoffnungsschimmer wäre ein vom Bund in Aussicht gestelltes Förderprogramm für den ländlichen Raum, dass auch Bahnhöfe mit bis zu 700 Einstiege pro Tag eine Barrierefreiheit einrichten ließe.

Zum bis dato ausbleibenden Lärmschutz erklärte Krenz, dass die Bahn schauen werde, den Lärmschutz günstiger hinzubekommen. Der Lärmschutzwall lasse so in Friesenheim noch auf sich warten. Die DB habe ein vorliegendes Angebot wegen zu hohen Kosten abgelehnt. Ob der Lärmschutz noch vor 2021 kommen wird, bleibt abzuwarten. "Wir werden die Lärmschutzwände in Friesenheim gemeinsam mit denen in Offenburg ausschreiben", heißt es im Schreiben der Deutsche Bahn. Eigentlich sollte der Lärmschutz im November kommen.

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