Friesenheim Neuer Technikraum erforderlich

Christine Bohnert-Seidel
Mit der Landtagsabgeordneten Marion Gentges (Zweite von rechts) haben sich Bürgermeister und Gemeinderäte den Technikraum der Sternenberghalle angesehen. Foto: Bohnert-Seidel

Besichtigung: Friesenheim hofft auf Unterstützung vom Land / Abgeordnete erkennt überregionale Funktion

Friesenheim - Die Friesenheimer hoffen auf Fördermittel für die Sanierung der Sternenberghalle. Gemeinsam mit der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges wurden die Räumlichkeiten und Baustellen einmal genauer angesehen.

Viele Besucher von außerhalb kommen in die Sterneneberghalle

Vor 40 Jahren wurde die Sternenberghalle gebaut. Veranstaltungen in der Halle bringen Menschen von Karlsruhe und dem Bodensee bis nach Friesenheim. Die überregionale Funktion sieht Bürgermeister Erik Weide seit Jahrzehnten gegeben, die Halle erfülle damit auch die Voraussetzung für eine Förderung durch Land und Bund. Alle bisher gestellten Anträge auf Hilfe bei der Sanierung wurden jedoch abgelehnt.

In der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Gentges hat der Rathauschef jetzt eine Fürsprecherin für das zuständige Ministerium im Landtag. "Als Abgeordnete werde ich sehr gern entsprechend beim Minister für die Gemeinde vorsprechen", erklärte Gentges beim Spontanbesuch in Friesenheim.

Beantragung von Fördergeldern scheiterte mehrmals 

Diese Fürsprache braucht es. Mittlerweile sei die Gemeindeverwaltung bei der Beantragung von Fördergeldern buchstäblich mit ihrem Latein am Ende. Sämtliche Anträge um Zuschüsse wurden von Seiten der zuständigen Behörden abgelehnt. In Friesenheim stoßen diese Absagen auf Unverständnis.

Dass hier selbst Mittel aus dem Fördertopf "Entwicklung Ländlicher Raum" (ELR) nicht zur Verfügung stehen, lasse sich für Weide nicht begründen. Vor allem auch nicht, wenn man einen Blick auf die Nachbarkommune wirft: In Hohberg könne eine neue Halle mit Fördermitteln aus dem ELR-Topf gebaut werden.

3,6 Millionen Euro für erstes Sanierungspaket

Auf ihrer Stippvisite machte sich Gentges ein eingehendes Bild von der Sternenberghalle. Lüftung und Heizung sind defekt und müssten dringend erneuert werden. 3,6 Millionen Euro sind für das erste Sanierungspaket veranschlagt. Längerfristig dürfte die Sanierung der kompletten Halle auf einen zweistelligen Millionenbetrag hinauslaufen, betonte Weide. Vorstellbar wäre auch die Halle in eine Art städtebauliches Sanierungsgebiet Ost zu legen.

Gemeinsam mit Gemeinderäten haben sich Bürgermeister und Landtagsabgeordnete vom ehemaligen Hallenwart Werner Schreiner durch den Gebäudekomplex begleiten lassen. Die Halle mit ihren fünf Nebenräumen, plus Kegelbahn hänge an der Technik.

"Das sind Räume die noch nicht einmal eine Standard-Stadthalle hat", stellt Gentges fest. Dass die Halle für die gesamte Gesellschaft von übergeordneter Bedeutung sei, stehe für sie außer Frage. "Die Halle ist für die Kommune und die Region eine wichtige Institution, was ich auch politisch unterstützen werde", verspricht die Abgeordnete.

Neue Verordnungen und Gesetze lassen wenig Spielraum und verlangen eine Rundumerneuerung der kompletten Anlage. Beim Blick in den Technikraum wurde schnell klar, dass ein Anbau notwendig ist.

Weitere teure Projekte lassen wenig Spielraum 

Leider lasse die aktuelle finanzielle Situation auch Friesenheim nur noch wenig Spielraum. Bürgermeister Weide zählt kostenintensive Projekte auf: neuer Kindergarten, neue Betreuungsangebote überhaupt, Umsetzung von Maßnahmen innerhalb der Feuerwehrstruktur, Sanierungsstau bei den Grundschulen oder Sanierung des Mühlbachstadions.

Angesichts eines zweistelligen Millionenbetrags, der für die Sanierung der Sternenberghalle anstehe, wirke eine Fördersumme von 700 000 Euro eher gering. Mit den Fördermittel würde man nicht nur die Sternenberghalle auf einen wieder vertretbaren Zustand bringen, damit sei auch die Planungssicherheit für die Hallenbelegung der kommenden Jahre gegeben. Ob die Unterstützung der Abgeordneten hinsichtlich der Fördertopf des Landes greift, bleibt abzuwarten.