Friesenheim Naherholungsgebiet macht Verlust

Der Baggersee Schutter und somit auch der Campingplatz liegen direkt an der Autobahn. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Die Pro-Kopf-Verschuldung in den Eigenbetrieben der Gemeinde Friesenheim geht im Jahr 2020 geringfügig zurück. Vor allem der Eigenbetrieb Friesenheimer Bauland zeigt sich von einer sehr positiven Seite.

Friesenheim. Für das Jahr 2020 wird mit Erlösen aus Bauplatzverkäufen in Höhe von 1,5 Millionen Euro gerechnet. Kosten verursachen auf dem Konto Bauland die Einrichtung eines Spielplatzes im Neubaugebiet "Auf der Mühl" in Höhe von 43 000 Euro sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Kloster Heiligenzell in Höhe von 300 000 Euro. Weitere 200 00 Euro werden für das Aufstellen eines Bebauungsplans für das in naher Zukunft kommende Neubaugebiet "Eschental" sowie für das Industriegebiet III in Friesenheim mit 10 000 Euro kalkuliert.

Seit zehn Jahren kein Neubaugebiet im Kernort

"Im Gemeinderat sollen auch die Bebauungspläne Eschental vorangebracht werden", monierte Roland Herzog, CDU. Vorrangig behandelt wurden bisher die Neubaugebiete Schuttern "Alter Sportplatz" und jetzt in naher Zukunft das Neubaugebiet "Klosterareal" in Heiligenzell. "Seit zehn Jahren wurde im Kernort kein Neubaugebiet mehr erschlossen", beklagte Herzog. "Es gilt zu überlegen, wohin die Gemeinde langfristig steuern möchte", so Michael Walter, GLU. In der jüngsten Sitzung der Bürgerwerkstatt Gemeindeentwicklungskonzept Friesenheim waren auch der Landverbrauch und das Wirtschaftswachstum Themen. Die Frage sei, ob die Gemeinde noch mehr Flächen brauche oder sich wegen des Klimawandels beginne einzuschränken.

Der Eigenbetrieb "Naherholungsgebiet Baggersee Schuttern" verursacht im kommenden Jahr einen Verlust. Grund dafür ist ein Mehrzweckgebäude, das 800  000 Euro kosten wird. Weitere 150 000 Euro sind für eine Automatisierung der Technik notwendig.

Joseph Hugelmann, GLU bezweifelt, ob die Einrichtung eines Campingplatzes Pflichtaufgabe der Gemeinde sei. Rechnungsamtsleiter Joachim Wagner erklärte, dass für den Platz kein Cent aufgenommen wurde. Die Investition in das Mehrzweckgebäude wird langfristig über die Abschreibungen auf Null gesetzt und über die Campingplatzgebühren gedeckt.

Die Alternative für die Führung des Campingplatzes wäre dessen Verkauf, stellte Bürgermeister Erik Weide klar. Ein Käufer für den Platz finde sich nicht, also müsse in seinen Erhalt investiert werden. Sollte eine Autobahnerweiterung kommen, käme auch Lärmschutz.

Ein leichter Anstieg in der Pro-Kopf-Verschuldung zeigt sich auch beim Betrieb der Photovoltaikanlagen. Geplant ist eine Photovoltaikanlage Anlage auf dem Dach "Soziales Wohnen" in Schuttern sowie auf dem Mehrzweckgebäude am Baggersee.

Die Wasserwerke verzeichnen für 2020 eine leichte Schuldensenkung durch Tilgung von Krediten. Neuaufnahmen sind nicht geplant. Investitionsmaßnahmen in die Abwasserbeseitigung lassen hier den Schuldstand leicht ansteigen.

Die Kämmerei der Gemeinde Friesenheim geht bei den Eigenbetrieben von einer Pro-Kopf-Verschuldung für 2020 in Höhe von insgesamt 1051 Euro aus. Damit sinkt die Summe im Vergleich zu 2019 um 17 Euro. Wasserwerke: 276 Euro (Vorjahr 289), Naherholungsgebiet Baggersee Schuttern: 163 Euro (Vorjahr 121), Abwasserbeseitigung: 520 Euro (Vorjahr 505), Photovoltaikanlage: 23 Euro (Vorjahr 20), Friesenheimer Bauland: 68 Euro (Vorjahr 133).

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