Friesenheim Mit Öko-Themen einen Nerv getroffen

Dietmar Kairies zeigt Theodor und Annemarie Nietzschmann die Kandidatenliste der vergangenen 30 Jahre. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Von Christine Bohnert-Seidel

Friesenheim. 30 Jahre Opposition, drei Jahrzehnte ökologisches Gewissen, Kommunalpolitik zum Wohl von Mensch, Tier und Umwelt. So lautet heute der Anspruch der Grünen Liste Umwelt im Friesenheimer Gemeinderat.

Der 30. Geburtstag der GLU im Gemeinderat war für die Weggefährten und langjährigen Mitglieder Christel Strauß-Röderer, Dietmar Kairies und Joseph Hugelmann Grund genug zum Feiern. Im Kreis der Festgäste waren vor allem ehemalige Gemeinderäte und Kandidaten für die Kommunalwahlen sowie Freunde und Fürsprecher der "Wählervereinigung mit ökologischen Schwerpunkten". Zur Unterhaltung spielte das Trio "Stimmband".

Dietmar Kairies, Mann der ersten Stunde, dankte Christel Strauß-Röderer und Joseph Hugelmann für die stets faire Zusammenarbeit. "Wir sind ein tolles Team", so Kairies. Weil die GLU keine Partei ist und auch nie eine werden wird, wie er es formulierte, seien die Gemeinderäte in ihrer Abstimmung frei geblieben und lediglich ihrer eigenen Überzeugung verantwortlich.

In der Sternenberghalle trafen sich Generationen. Vom überzeugten Erstwähler mit 18 Jahren bis zum 80-jährigen Theodor Nietzschmann, der immerhin vier Mal auf der Wählerliste der GLU gestanden hat. Gemeinsam wurde an turbulente Zeiten erinnert, als die GLU 1984 mit 8,7 Prozent der Wählerstimmen und zwei Mandatssitzen in den Gemeinderat einzog. Mit ihren Themen zur ökologischen Nachhaltigkeit trafen sie damals offenbar den Nerv der Zeit. Dietmar Kairies, Christel Strauß-Röderer und Joseph Hugelmann stellten sich den Fragen von Claudia Schnebel und sorgten so gemeinsam für einen kurzweiligen Rückblick. Aus "Ökos", und "komischen Spinnern" wurden gleichberechtigte Mitglieder des Gemeinderats. Das ging sogar so weit, dass der GLU selbst in Zeiten mit nur zwei Gemeinderatssitzen ein Fraktionsstatus zugebilligt wurde. Radwege, Tempo 30, Ausgleichsflächen, keine Gentechnik auf Ackerflächen – die GLU sei zur ökologischen Instanz im Gemeinderat geworden. Die Ziele würden weiter verfolgt, so Hugelmann: "Der Flugplatz ist noch keine Wiese, das angestrebte Güterfrachtzentrum in Lahr mit schädlichen Folgen für Mensch und Umwelt verbunden, Friesenheim noch immer ohne eine erste Hackschnitzelheizung."

Mitstreiter in einigen Fragen der Umweltpolitik sei für die GLU sogar Bürgermeister Armin Roesner. Er gratulierte der GLU nicht nur zum Geburtstag, sondern bekräftigte seine Position zur Flughafennutzung in Lahr: "Warum ein totes Pferd beatmen?"

Pfarrer Rainer Janus überbrachte die Glückwünsche der beiden Konfessionen und betonte, dass auch die Kirchen sich als Bewahrer der Schöpfung sähen.

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