Friesenheim Millioneninvestition für Kläranlage

Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Die Kläranlage in Schuttern muss modernisiert und erweitert werden. Der Abwasserzweckverband Friesenheim rechnet mit Investitionen, die in den zweistelligen Millionenbereich ragen.

Friesenheim. Zunächst einmal steht ein neuer innerer Blitzschutz an. Die Gesamtkosten auf drei Bauabschnitte in den kommenden Jahren gerechnet, belaufen sich hierbei auf knapp 700 000 Euro. Bei der jüngsten Versammlung haben die Verbandsmitglieder der Vergabe des ersten Bauabschnitts mit Ausgaben in Höhe von 175 000 Euro einstimmig zugestimmt. Für die Deckung der Kosten wird ebenfalls einstimmig eine überplanmäßige Ausgabe von 25 000 Euro genehmigt. Grund für die Kostensteigerung seien die erhöhten Rohstoffpreise am Weltmarkt. Aktuell sei der Kupferpreis um mehr als 50 Prozent gestiegen, führte Bauamtsleiter Markus Reinbold aus. Mit dieser ersten Preissteigerung dürfte es nicht getan sein. In den kommenden Jahren rechnet Reinbold mit weiteren Preissteigerungen, obwohl bereits in die Kalkulation für die beiden folgenden Bauabschnitte II und III bereits Erhöhungen eingerechnet werden. "Um den Betrieb der Kläranlage nicht zu stark zu beeinträchtigen, werden die Arbeiten auf drei Bauabschnitte verteilt", erklärt Reinbold.

Demnächst werde mit den Baumaßnahmen begonnen. Das Friesenheimer Unternehmen Ortenau-Info hat den Zuschlag, als einziger Anbieter, bei knapp 149 000 Euro erhalten. Gerechnet wurde mit 150 000 Euro, was Bürgermeister Alexander Schröder, Mitglied des Zweckverbands, als "Punktlandung" gegenüber der Bauverwaltung lobte.

Erweiterung startet bereits dieses Jahr

Dass eine Kostenerhöhung von 25 000 Euro im Raum steht, damit konnte niemand rechnen, so Schröder. Die Höhe halte sich, verglichen mit den Kostenexplosionen, die auf dem Weltmarkt diskutiert werden, noch im vertretbaren Rahmen.

Verbandsmitglied und Gemeinderat Joseph Hugelmann zeigte sich von den Zahlen beeindruckt und fragte, ob der bisherige Blitzschutz nicht weiterhin ausreiche. Reinbold betonte: "Was bisher vorliegt, ist veraltet. Die Din-Normung schreitet voran und allein aus Arbeitsschutzgründen muss auf der Kläranlage erneuert werden." Außerdem befinde sich die Kläranlage ohnehin im ständigen Erweiterungs- und Modernisierungsprozess. An die hohen Investitionssummen müssten sich die Mitglieder langsam gewöhnen. "Das wird so weitergehen, bis die Anlage wieder auf einen neuesten Stand gebracht ist", betonte Reinbold.

Noch 2021 wird mit der Erweiterung begonnen, die in den kommenden fünf bis zehn Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag verschlingen wird. Investitionen in die Kläranlage seien letztlich auch Investitionen in den Umwelt- und Trinkwasserschutz. Wasser aus der Kläranlage solle schließlich irgendwann wieder zu Trinkwasser werden. "Es geht darum, die Anlage über sinnvolle Investitionen technisch gesehen ins 21. Jahrhundert zu befördern", betont Reinbold.

Für die Erneuerung des inneren Blitzschutzes sind drei Bauabschnitte vorgesehen. Im ersten Bauabschnitt werden die Außenkabel der Elektro-/Mess-, Steuer- und Regeltechnik auf separate Schränke und Gehäuse geführt, in denen Überspannungsschutzorgane montiert werden. In der Summe handelt es sich um 1500 Meter Kabel sowie 107 Überspannungsleiter.

  • Bewertung
    0