Friesenheim Medaillen für drei Frauen

Martina Hamm (von links), Gertrud Holzleiter und Annerose Lauer wurden für ihr außergewöhnliches soziales Engagement in der Gemeinde mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Foto: Bohnert-Seidel

Gala: Gemeinde Friesenheim zeichnet Bürgerinnen für besonderes Engagement aus

Erstmals hat die Gemeinde Friesenheim Bürgermedaillen verliehen. Ausgezeichnet wurden bei der Friesenheim Gala Martina Hamm, Gertrud Holzleiter und Annerose Lauer für ihr soziales Engagement.

Friesenheim. Das Ehrenamt lebt vom tatkräftigen Wirken von Bürgern, die hinschauen, anpacken und Menschen begleiten. Für die Gemeinde Friesenheim ist das Anlass, drei außergewöhnliche Persönlichkeiten mit der Bürgermedaille zu ehren. "Gertrud Holzleiter, Martina Hamm und Annerose Lauer stellten sich regelmäßig selbst die Frage: ›Was können wir für andere tun?‹", würdigte Bürgermeister Erik Weide. "Genau diese Frage machen Sie zur Richtschnur Ihres Handelns", betont Weide. Die Würdigung des sozialen Engagements finde sich weder in einer Ehrensatzung von Vereinen, noch auf Land- oder Bundesebene. Mit der Bürgermedaille werde das soziale Engagement für Menschlichkeit erfasst. Sicher sei diese Würdigung stark von Subjektivität getragen und berge das Risiko, jemanden zu vergessen, räumt Weide ein. Trotzdem wird die Gemeinde weiterhin bewusst die Entscheidung eingehen, Menschen, die es verdient haben, zu würdigen. Bei der Auswahl der diesjährigen Preisträger war sich der Gemeinderat einig.nGertrud Holzleiter: Die 81-Jährige hat am 1. Februar 2002 die Leitung des Seniorenwerks in der Pfarrkirche St. Leodegar in Oberschopfheim übernommen. Lebendig hielt sie das Miteinander der Senioren mit Aktivitäten wie Kaffeenachmittagen, Herbst- und Adventsfeiern, Fasnacht, Ausflüge und regelmäßige Geburtstagsbesuchen. Mit ihrem Wirken habe sie sich den Respekt aller Oberschopfheimer verdient, so Weide. Die Arbeit im Seniorenwerk habe sie mittlerweile abgegeben, aber zur Seniorengymnastik würden sich die Menschen noch immer treffen. Holzleiter erklärte: "Ich habe es sehr gern getan. Leider geht es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr. Aber es geht ja trotzdem weiter."n Martina Hamm: Die 60-Jährige ist für viele Flüchtlinge die erste Anlaufstelle in der Gemeinde. Als am 2. Dezember 2015 die ersten Menschen ins Pfarrhaus in Oberschopfheim eingezogen sind, war sie Erzieherin, Beraterin, Planerin, Hausmeisterin, Zuhörerin – alles in einer Person, würdigte Weide. Hamm sei immer da, wenn sie gebraucht wird. In einer Zeit, in der sehr viele Menschen nach Friesenheim kamen, habe Hamm nicht nur geredet, sondern sofort geholfen, so Weide. Über die Flüchtlingsarbeit hinaus ist sie seit 1997 in verantwortlicher Position im Perukreis und unterstütze Projekte im Sinne der Völkerverständigung. Hamm betont: "Ich nehme die Ehrung im Namen vieler Unterstützer an. Die Menschen brauchen unsere Unterstützung."nAnnerose Lauer: Die 68-Jährige zeige sich als Urgestein der Gemeinde und Oberweier. "Sie ist immer und überall aktiv", erklärt Weide. Sie erweise sich als Initiatorin und Helferin. 40 Jahre war sie an der Grundschule in Oberweier und 28 Jahre davon als Rektorin tätig. Kindern ist sie bis heute eine morgendliche Begleiterin mit dem Laufbus zur Schule. Mit der Grundschule habe sie die Partnerschaft mit Dorlisheim initiiert und ist Ehrenbürgerin von Dorlisheim. Ihr Engagement sei ein grenzüberschreitendes Wirken. Seit 2015 ist sie aktiv im Seniorenwerk. Viele Jahre organisiert sie die Sternsingeraktion, zeigt sich auf dem Weihnachtsmarkt und sei bei all ihren Aktionen mit Courage und Herzblut dabei. Bis heute unterstützt sie die Gemeinde mit ihren Ideen und Anregungen. "Ich bin sehr gerührt über die Auszeichnung. Mit den Kindern zur Schule zu laufen, macht mir nach wie vor sehr viel Freude", so Lauer.

Am 11. Februar 2019 hat der Gemeinderat die Verleihung einer Bürgermedaille beschlossen. Die Medaille wird für besonderes soziales Engagement verliehen, das sich aus dem normalen Maß herausnimmt. Es sollen maximal drei Personen jährlich ausgezeichnet werden. Bewusst hat der Rat in seinem Beschluss auf ausformulierte Bedingungen verzichtet. Er orientiert sich allein an den Leistungen.

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