Friesenheim Konzert: Martin Groß spielt in Friesenheim

Seit mehr als 20 Jahren macht Martin Groß am Karfreitag Musik. Dieses Jahr tritt er aufgrund der Renovierung der Kirche in Allmannsweier in Friesenheim auf. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Kirchenkomponist Martin Groß lädt mit Freunden zum Konzert "Musik zum Karfreitag" in die evangelische Kirche in Friesenheim ein. Interpretiert werden unter anderem Werke von Bach sowie des verstorbenen Lahrer Musikers Karl Otto Bäder.

"Musik zum Karfreitag" mit Martin Groß hat seit mehr als 20 Jahren eine große Tradition im Kirchenbezirk. Am Freitag kommt er mit seiner Konzertreihe und Werken von Johann Sebastian Bach, Dieterich Buxtehude, Josef Rheinberger, Karl Otto Bäder und weiteren Komponisten in die evangelische Kirche in Friesenheim. Mitwirkende sind die Mezzosopranistin Viola de Galgóczy, Ulrich Steurer (Oboe, Oboe d´amore, Englischhorn), Elisabeth Günther (Violine) und Martin Groß (Orgel).

Psalmvertonungen von Mezzosporan werden gespielt

Bisher war die Musik zum Karfreitag in der Kirche in Allmannsweier angesiedelt. Die Allmannsweierer Kirche wird jedoch derzeit saniert und die Wahl fiel für Martin Groß auf die Evangelische Kirche in Friesenheim. In die Gemeinde kommt er, "weil hier eine ausgesprochen schöne Orgel steht", wie er selbst sagt. Orgelbauer Peter Vier, ein Meister der Orgelkunst, hat der Friesenheimer Orgel eine "Silbermann-Sorge-Stimmung" verliehen. "Diese Stimmung ist wohl sehr nah an der Stimmung von Werken Johann Sebastian Bachs", erklärt Groß im Gespräch mit der Lahrer Zeitung.

Martin Groß gerät ins Schwärmen, über die Orgel mit fast 40 Registern. Werke von Alessandro Grandi oder Johann Sebastian Bach sowie Eigenkompositionen von Martin Groß drängen förmlich danach auf dieser Orgel gespielt zu werden. Ganz besonders freut sich Martin Groß über die zwei Psalmvertonungen für Mezzosopran und Englischhorn, Lieder des verstorbenen großen Lahrer Musikers Karl Otto Bäder. "Er war ein Universalist und im lokalen Kompositionsgeschehen eine Brücke", so Groß. Seine Psalmvertonung habe er dem Paar Viola de Galgóczy (Mezzosopran) und Ulrich Steurer (Oboe, Oboe d´amore, Englischhorn) förmlich auf den Leib geschrieben. Zwei Mörike-Lieder "Karwoche" und "Seufzer" für Mezzosopran und Orgel in der Vertonung von Hugo Wolf werden ebenfalls Teil des Programms. Martin Groß schafft mit der Auswahl der Stücke Verbindungen zu seinem eigenen musikalischen Leben.

"Zur Musik von Paul Hindemith bin ich über die Muttermilch gekommen", sagt er lachend. Prompt erzählt erzählt er von seiner Mutter Senta Groß, die Gesang studiert hatte.

Die Musik zum Karfreitag wird einen Bogen spannen von der Renaissance über Barock bis in die Romantik. Tonales Zentrum bleibt das E-Moll. Karfreitagsmusik sei großes Drama in der Literatur geworden. Alt- und neutestamentarisch ließe sich das Karfreitagsgeschehen auf das Weltgeschehen ausrichten.

Musik von der Renaissance bis zum Barock und Romantik

"Es gibt keine Trauerveranstaltung", versichert Martin Groß. Hoffnung und die Freude im Hinblick auf das österliche Geschehen ließen sich über die Musik ausdrücken. Am Ende stehe der Triumph des Lebens, so Groß. Die Musik will spüren lassen, dass das Leben siege. Das Leben siege immer, dies sei der kosmopolitische göttliche Gedanke. Martin Groß hofft mit der Auswahl der Kompositionen auch junge Menschen zu begeistern.

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