Friesenheim Marketing-Tipps für den Pfarrer

Monika Rudolph (von links), Claudia Zoller und Cornelia Schmidt bei ihrem Auftritt Foto: cbs

Friesenheim (cbs). "Wo drückt in dieser Kirchengemeinde der Schuh?", haben sich die drei Damen vom "Evangelisch-Oberrheinischen Kirchenkabaratt" gefragt. Gleich zu Beginn ihres Auftritts im Gemeindehaus sangen sie ihre Antwort: "Wenn ich sonntags auf der Kirchenkanzel steh und die vielen leeren Kirchenbänke seh, fühl ich mich allein". DasLied spricht wohl sehr vielen Pfarrern, nicht nur Rainer Janus aus dem Herzen.

"Geh aus mein Herz und such die Leut", lautete die unverblümte Aufforderung. Ihr Marketing-Mix für die Kirche sei vergleichbar mit einem Thermo-Mix. "Da kommt alles rein", meinte Monika Rudolph. Es war die spontane und unvermutete Wortwahl, die letztlich die Lacher auf ihre Seite riss.

Das Produkt selbst, die Bibel, sei in sich stimmig, allein fehle die Konsequenz, die frohe Botschaft zu verbreiten. Qualität habe ihren Preis. So empfahl Cornelia Schmidt der Pfarrsekretärin einen Standardbrief, der Schluss mache mit "schwarz Glauben". Besondere Gottesdienste wie Trauungen dürften durchaus etwas kosten. Wochenendzuschlag, Reisstreu-Pauschale, Musik, Lambada auf der Orgel nur mit Aufpreis, Trauung mit Taufe, mit Hupen und Reis streuen gebe es künftig schon für 5000 Euro über die "Glaubensgebühren-Einzugs-Zentrale". Obwohl sich das Gemeindehaus in einem "Tip-Top-Zustand" zeige, vermissten die drei Damen die "Lutherrose auf dem Toilettenpapier".

Die Gäste erlebten einen Heidenspaß und hätten am liebsten gleich ein Stückchen Schokolade "Christus, die zarteste Erlösung seit es die Versuchung gibt", gekostet. Topseller und Klassiker der Kundenbindung bleibe jedoch die Kundenkarte als Empfehlung auch für die Kirche. Ab 50 Gottesdienstbesuchen pro Jahr gebe es die Platinkarte, mit Wärmedecke und Polster für den Sitzplatz in der ersten Reihe, Abendmahl am Platz sowie W-Lan, machte Claudia Zoller schmackhaft.

Aber was wären die Hauptamtlichen ohne ihre Ehrenamtlichen. Exemplarisch für die Unentbehrlichen der Kirchengemeinde würdigten die drei Damen Rosi Kienzler, Martha Fritz, Uta Klaus und Erika Knese mit der Holzklammer mit grünem Lorbeerblatt. Ihnen falle das Nein-Sagen schwer und die Rückfallquote sei Gott sei Dank sehr hoch. Am Ende stellte Pfarrer Janus fest: "Die Damen haben nichts als die Wahrheit gesagt, und das auf eine sehr humorvolle und charmante Art."

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