Kinder erarbeiten eigene Zirkusshow "Manege frei" in der Sporthalle

Vom Clown bis hin zum Zauberer: 26 Friesenheimer Kinder und Jugendliche haben sich ein Zirkusprogramm erarbeitet und damit letztlich das Publikum begeistern können. Foto: Bohnert-Seidel

Ferienprogramm: Weitere Auflage für 2022 in Planung

Friesenheim - Die Friesenheimer Sporthalle wurde für eine Woche zum Zirkuszelt. Zahlreiche Kinder haben ihre eigenen Grenzen überwunden und sind über sich hinaus gewachsen. Das Publikum kam aus dem Staunen nicht mehr raus.

Eine Woche lang haben 26 Kinder Zirkusluft in der Sporthalle in Friesenheim geschnuppert und eine besondere Form von Gemeinschaft erfahren. Am Ende gelang es den Kindern und Jugendlichen in einer 60-minütigen Darstellung, den Funken überspringen zu lassen. Clowns nahmen sich selbst auf die Schippe und die Kinder wussten ihre Pointen gekonnt zu setzen. Das Publikum war rundum begeistert. Einige Kinder entdeckten ihre Talente und wuchsen über sich selbst hinaus.

Zum fünften Mal gibt es den Mitmachzirkus

Zirkusdirektorin Bente Scheffold, die mit ihrem Team die Kinder auf dem Weg zu selbstbewussten Artisten unterstütze, blieb bewusst im Hintergrund. Die Manege galt einzig und allein den Kindern, die ihre Vorstellungen mit Bravour vorführten. Heiteres Gelächter und atemlose Spannung wechselten sich in einer sehr kurzweiligen Stunde ab. Kinder kletterten in Glitzerkostümen übereinander. Clowns sorgten für heitere Gelassenheit und Fakire für atemlose Spannung. Mit kühler Miene durchstachen Kinder einen Kasten, in dem vermeintlich ein Kind gesteckt hatte. Dass am Ende drei Kinder in dieser Kiste platz fanden und unversehrt heraus hüpften, versetzte das Publikum in Begeisterung. Scheffold gelang es mit ihrem Team, aus einem Kreis von 26 Kindern im Alter von sechs bis 16 Jahren eine eingeschworene Zirkus-Gemeinschaft zu formen.

Zum fünften Mal hat Jugendreferent Andreas Pahlow den Mitmachzirkus in die Sporthalle in Friesenheim gebracht. Erstmals mit den Zirkuspädagogen von "Zirkus Abeba" unter der Schirmherrschaft der Evangelischen Kirchengemeinde Friesenheim. "Zirkus soll für alle Kinder möglich sein", sagte Pahlow gegenüber den Familien und Freunden, die zur Abschlussveranstaltung in die Sporthalle gekommen sind. Bei 120 Euro, inklusive Mittagessen, waren die Kinder an fünf Tagen rund um die Uhr von acht bis 16 Uhr betreut. "Diese Woche mit der verlässlichen Betreuung ist uns sehr wichtig", sagt Pahlow gegenüber der Lahrer Zeitung.

Der Preis von 120 Euro war nur möglich, weil über die Evangelische Kirchengemeinde ein Förderantrag bei der Landesjugendpflege gestellt worden ist. Normalerweise müsste die Woche 165 Euro pro Kind kosten. "Das ist ein Betrag, der nicht mehr für jede Familie zu finanzieren ist", weiß Pahlow. Ursprünglich war der Mitmachzirkus, bedingt durch die Pandemie, für 15 Kinder angesetzt. Mit den Lockerungen konnte dann aber aufgestockt werden. "Alle erlebten eine einzigartige Woche", so der Jugendreferent. Mit Eifer waren die Kinder dabei, sich in unterschiedlichen Disziplinen auszutoben. Jeder hatte offensichtlich seine Traumnummer gefunden und diese auf seine Art perfektioniert. Am Ende holten die Eltern nicht nur wie sonst auch ihre Kinder einfach ab, sondern waren für eine Stunde Teil von "Zirkus Abeba", der in Friesenheim seine Fangemeinde erobert hat.

2016 wurde erstmals eine Woche Zirkus im Ferienprogramm der Gemeinde Friesenheim angeboten. Im vergangenen Jahr musste der Programmpunkt "Zirkus" abgesagt werden. Auch 2022 will Jugendreferent Andreas Pahlow alles daran setzen, mit dem "Zirkus Abeba" das Friesenheimer Ferienprogramm beginnen zu können.

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