Friesenheim Luftmatratzen und Surfbretter können Leben retten

S chuttern. Die Badesee-Unfälle haben in diesem Jahr zugenommen. Auch am Samstag musste ein 61-Jähriger am Schutterner Baggersee vor dem ertrinken gerettet werden. Am Nachmittag ist der Badegast ins Wasser gegangen und wollte seine Runde schwimmen. Kurze Zeit später war er nicht mehr gesehen. Umliegende Badegäste haben ihn aus dem Wasser geborgen und es wurde sofort mit der Reanimation begonnen. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, DLRG und Polizei rückten an. Die Rettungskräfte der DLRG hatten die Reanimation übernommen. Daraufhin wurde der Mann vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht.

Dem Mann konnte glücklicherweise so schnell geholfen werden, da die Wachstation am Schutterner Baggersee jedes Wochenende mit mindestens zwei Rettungsschwimmern besetzt ist. Trotz Rettungsschwimmer gelte erhöhte Vorsicht beim Baden im Baggersee. "Ganz klar kann ein Baggersee nicht so gut abgesichert werden wie ein Freibad oder Hallenbad", erklärte Torsten Huber, Mitglied im Vorstand Bezirk DLRG Rhein Kinzig, gegenüber der Lahrer Zeitung. Am See seien viel größere Entfernungen zum Ufer zurückzulegen. Außerdem schätzten manchmal Badegäste ihre Kräfte falsch ein. Die aktuelle große Hitzewelle führe zu großen Kreislaufbelastungen, wenn M­enschen mit überhitzten Körpern ins Wasser gehen.

Im Schwimmbad sei bei möglichen Krämpfen der Beckenrand recht nah. Der Rettungsschwimmer rät zur Begleitung von Schwimmhilfen wie Luftmatratzen oder Surfbrettern. Außerdem gebe es am Markt sogenannte Restubes, aufblasbare Rettungs-Bojen, die sich mit einem kräftigen Zug am Auslöser von selbst aufblasen.

Die Überlebenschancen einer ertrunkenen Person seien statistisch gesehen nach drei bis fünf Minuten noch recht gut. Kritisch wird es mit jeder weiteren Minute. "Nach zehn Minuten unter Wasser dürfte kaum eine Überlebenschance ohne bleibende Gehirnschäden möglich sein", so Huber.

Der Appell der DLRG heißt sich nicht selbst zu überschätzen. Wer sich nicht sicher sei, sollte sich lieber am Uferrand aufhalten und Warnsignale wie Erschöpfung ernst nehmen. Ein Fußballer käme nie auf die absurde Idee bei eigener Erschöpfung Fußball zu spielen oder einen Lauf zu machen. Nicht weniger anstrengend für den Körper sei Schwimmen, erläutert Huber. Sicher tue die erste Abkühlung nach einem heißen Tag gut, aber dennoch sei sie eine extreme Belastung für den Körper. Der Kältereiz führe zwar zur ersten Abkühlung, der Körper sei nach wie vor überhitzt.

Aktuell wird die DLRG mindestens einmal pro Woche im Ortenaukreis zum Badeunfall gerufen. 50 Einsatzkräfte sind mit Melder für den Wasserrettungsdienst im Einsatz. Im Ortenaukreis versieht die DLRG ihren Wachdienst am Achernsee, Baggersee in Schutterwald, Schuttern, am Gifizsee sowie am Waldmattensee. Aber im Ortenaukreis gibt es insgesamt 127 Seen mit Badebetrieb.

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