Friesenheim Fronleichnam: Letztes Mal den Teppich gestaltet

Roswitha Fischer (von links), Ludwina Beck, Angelika Lehmann und Martina Hamm haben in diesem Jahr zum letzten Mal einen Blumenteppich gestaltet. Foto: cbs Foto: Lahrer Zeitung

Schuttern /Oberweier - Seit Jahren gestaltet die Frauengemeinschaft Oberweier einen Blumenteppich zu Fronleichnam. Damit ist nach dem Fest in diesem Jahr Schluss. Keiner hatte sich zur Mithilfe bei der Gestaltung angesprochen gefühlt.

Alle sechs Pfarrgemeinden der katholischen Kirchengemeinde Friesenheim feiern morgen, Donnerstag, das große Fest von Fronleichnam in der Klosterkirche in Schuttern. Viele Menschen sind in die Vorbereitungen für das Fest eingebunden. Chöre singen unter der Leitung von Georg Eichner und die Straßen sind mit Blumen geschmückt. Anwohner sind dafür bekannt, entlang der Prozessionsstrecke ihre Häuser, Höfe und Gehwege besonders schön zu schmücken. Traditionell legen Gruppen an Fronleichnam besonders kunstvolle Blumenteppiche – so auch die Frauengemeinschaft Oberweier auf dem Lindenplatz.

Die Verantwortung geht wieder zurück zum Pfarrgemeinderat

Jährlich haben die Frauen weitere Gruppen zur Mitgestaltung eingeladen, aber niemand hat sich angesprochen gefühlt. Jetzt haben die Frauen mit Roswitha Fischer, Martina Braun, Angelika Lehmann und Ludwina Beck gegenüber der Lahrer Zeitung mitgeteilt: "In diesem Jahr werden wir unseren letzten Teppich gestalten."

Nachdem im Jahr 2015 die Kirchengemeinde mit der Pfarrgemeinde Kürzell beschlossen wurde, hatten sich spontan die Frauen der Frauengemeinschaft gemeldet und mitgestaltet. "Aus Altersgründen haben sich die Frauen leider wieder zurückgezogen", fügt Angelika Lehmann an. "Nicht, dass wir nicht unterstützen würden", ergänzt Ludwina Beck. Aber mit der Zeit meldeten sich eben auch Gelenke und das Bücken falle immer schwerer.

Hauptbild der Frauengemeinschaft Oberweier ist die Darstellung der Eucharistie mit Kelch und Insignien "JHS" (Jesus Heiland Seligmacher). Die Unterlage stellt Familie Fimm zur Verfügung, da die eigene Unterlage aus Oberweier im Keller von Schutterns Rathaus nicht mehr auffindbar war. Neben dem Kelch aus Maisgrieß, sticht in weiß die Hostie hervor. Schwarze, spezielle Graberde bildet den prägnanten Hintergrund. Die Erde verstärkt die Leuchtkraft der Farben.

"Es ist ja nicht nur die Gestaltung der Platte", erklären die Frauen. Morgen, Donnerstag, gehe bei den Frauen der Wecker um 5 Uhr runter, denn schließlich wollen sie den Teppich mit Blütenblätter aus Nachbargärten umrahmen. "Nach der Prozession wird dann alles wieder von uns weggeräumt", sagte Fischer. Danach legen sie die Verantwortung wieder zurück in die Hände des Pfarrgemeinderats. "Vielleicht braucht es einen Neuanfang", erklärt Fischer, die mit ihrem Team nicht nur in Schuttern den Teppich gestaltete, sondern gut 30 Jahre im festen Team bereits in Oberweier aktiv war.

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