Friesenheim Nachtfahrverbot für Lkw? B3 - Verkehrskonzept noch unklar

Zu viel Verkehr durch Friesenheims Hauptstraße ist eines der Probleme, die die Gemeinde angehen möchte. Foto: Archivfoto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Der Gemeinderat Friesenheim hat vor rund zwei Wochen das neue Verkehrskonzept beschlossen. Welche der Vorschläge wann umgesetzt werden sollen, ist noch unklar. Die Empfehlungen reichen von Nachtfahrverboten für Lkw bis Radwegeausbau.

Analyse der Verkehrslage

Auf 63 Seiten hat das Freiburger Büro Fichtner die Verkehrslage analysiert und Verbesserungsvorschläge gemacht. Gekostet hat die Fortschreibung des Verkehrskonzepts rund 63 000 Euro. Dafür bekam die Gemeinde einen Maßnahmenkatalog an die Hand: Engstellen umzugestalten, verkehrsberuhigende Elemente zu schaffen und ruhenden Verkehr stärker zu kontrollieren sind einige Beispiele. Das Konzept soll als Richtschnur für die nächsten 15 Jahre dienen.

Konzept: So geht es jetzt weiter

Vor zwei Wochen hat die Gemeinde sich für die Fortschreibung entschieden. Wie geht es jetzt weiter? "Dieses Konzept dient als Handlungsgrundlage, um Maßnahmen zu erarbeiten, damit die festgelegten Ziele erreicht werden können", erläutert Julia Edel, Friesenheimer Pressesprecherin. "Die Erarbeitung beinhaltet die Festsetzung, welche Punkte in welchem Zeithorizont umgesetzt werden sollen und können. Konkrete Pläne kann es noch nicht geben."

Tempo 30 - Zonen

Tempo 30 muss sich erst beweisen: Auf den Hauptverkehrsstraßen und den Tempo  30-Zonen werde häufig zu schnell gefahren, so das Fazit des Freiburger Büros. Ob das Tempolimit auf der B 3 die gewünschte Wirkung habe, "muss sich erst noch zeigen".

Nachtfahrverbot für Lastwagen

Lkw-Nachtfahrverbot auf B 3 soll geprüft werden:  Zur Entlastung der Bevölkerung schlägt Fichtner vor, ein generelles Lkw-Durchfahrtsverbot für die durch Schuttern führende L­­­­­­­­­­­­­­­­ 118 und die Diersburger Straße in Oberschopfheim zu prüfen. Zudem solle für die B 3 ein Nachtfahrverbot für Lastwagen diskutiert werden.

Umgang mit Parksündern

Firma empfiehlt Gemeindevollzugsdienst: Vor allem in Wohnstraßen werde häufig so geparkt, dass Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr nicht mehr durchkommen, so Fichtner. Erfahrungsgemäß würden Parkregeln nur dann eingehalten, wenn mit Kontrollen und Bußgeldern gerechnet werden müsse. "Daher wird empfohlen, die Einführung eines Gemeindevollzugsdiensts zu prüfen."

Lückenhafte Beschilderung

Beschilderung teilweise verwahrlost: Das Radnetz der Gemeinde sei teilweise ausgeschildert. Die Beschilderung "weist jedoch Lücken auf und wirkt teilweise verwahrlost", so die Bewertung. Die Routen abseits der Hauptwege "weisen für den Alltagsverkehr mitunter Defizite auf". Fahrradfahrer würden auf Umwege geführt. Auch die fehlende Beleuchtung wird als Mangel benannt.

Sicherheit für Radfahrer

Besonderer Schutz für Radfahrer an Ampelanlage: Um die Sicherheit für den Radverkehr zu erhöhen, empfiehlt Fichtner unter anderem die Einrichtung "vorgezogener Haltelinien" an der Ampelanlage an der B 3. Fahrradfahrer können so außerhalb des toten Winkels der Fahrzeuge anhalten.

Ein neuer Radweg soll Bahnhof mit Ortskern verbinden: Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verbesserung des Radwegenetzes ist der Bau eines Radwegs zwischen Friesenheim und Schuttern. Dies schließt den Bau einer Fuß- und Radbrücke ein.

Fehlende Gehwege

An wichtigen Stellen fehlen Gehwege: An einigen "für den Fußverkehr wichtigen Stellen" gebe es keine durchgehenden Gehwege, hält das Verkehrskonzept fest. So zum Beispiel in der Heiligenzellerstraße, der Ortsmitte Heiligenzell sowie der Diersburger Straße in Oberschopfheim. Auch bei den vorhanden Wegen gibt es Mängel: "Obwohl fast überall Gehwege vorhanden sind, sind diese häufig zu schmal", so das Fazit. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität würden entlang der Wege gepflanzte Bäume leicht zum Hindernis werden.

Möglichkeiten zur Überquerung der Straße

Querungshilfen sollen es Fußgängern leichter machen: Es mangele auch an Querungsmöglichkeiten entlang der Hauptstraßen, so das Fazit. Die Anregung des Freiburger Büros umfasst unter anderem entlang der Bahnhofsstraße drei zusätzliche Inseln für Fußgänger einzurichten. Für die Diersburgerstraße, die Schutterner Hauptstraße, der Leuchtkirchstraße und an der Grundschule Oberweier soll die Einrichtung von Zebrastreifen geprüft werden.

Besserer Nahverkehr

Bessere Anbindung für Oberschopfheim: Zwar sei die Gemeinde im Bereich ÖPNV selten alleinige Entscheiderin, jedoch könne sie sich unter anderem für die bessere Anbindung Oberschopfheims stark machen, so Fichtner. Auch eine zusätzliche Haltestelle beim Lebensmittelmarkt in Heiligenzell und eine bessere Abstimmung mit der Taktung der Bahn seien sinnvoll.

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