Netzwerk Solidarität Friesenheim Kennenlern-Tag ist voller Erfolg

Ueslei De Lira Brito Pereira (rechts) vom Jugendbüro Friesenheim hat für die Kinder der Gemeinschaftsunterkunft ein Tisch-Labyrinth aufgebaut und gemeinsam mit ihnen viele Runden gespielt. Foto: Bohnert-Seidel

Integration: Netzwerk Solidarität Friesenheim nimmt die Arbeit wieder auf

Friesenheim - Das Netzwerk Solidartität hat erstmals zu einem Kennenlern-Nachmittag für die Bewohner aus der Gemeinschaftsunterkunft "Am Bahnhof" eingeladen. Groß war die Freude über die Geselligkeit, die lange gefehlt hatte.

Eberhard Braun, Vorsitzender des Netzwerks Solidarität Friesenheim, steht im direkten Kontakt mit den Sozialarbeiterinnen in der Gemeinschaftsunterkunft "Am Bahnhof" und hatte sich mit ihnen hinsichtlich des Kennenlern-Nachmittags abgestimmt. Stattgefunden hatte dieser auf dem Gelände der Evangelische Kirchengemeinde. Bei einer kleinen Stärkung mit Wasser und Brezeln wurden erste Kontakte geknüpft. "Endlich können wir uns auch mal wieder ohne Maske begegnen und miteinander reden", betonte Braun gegenüber der Lahrer Zeitung. Die Corona-Bestimmungen hatten die Arbeit des Netzwerks erschwert.

Jugendbüro organisiert für die Kinder einen Spielparcours

Einen kleinen Spielparcours hatten Jugendliche mit Ueslei De Lira Brito Pereira aus dem Jugendbüro aufgestellt. Während sich die Erwachsenen an den Tischen unter dem großen Magnolienbaum auf der Wiese vor der Evangelischen Kirchengemeinde unterhielten, nahmen die Kinder das gesamte Gelände in Beschlag. Kirchenälteste Heidi Rieth-Geiger kam mit Dackelhündin Luna vorbei. Die Hündin war für kurze Zeit der Star bei den Kindern. Ueslei De Lira Brito Pereira spielte mit den Jungs Fußball. An einem Tisch versuchten die Kinder einen kleinen Ball durch ein Labyrinth zu bugsieren.

Eine junge Mutter aus Nigeria trug ihr Baby auf dem Arm und wusste eigentlich nicht so recht, warum sie jetzt hier ist. Bettina Waidele erklärte auf Englisch, dass es um Kontakte geht, um Menschen, die über die Sozialarbeit hinaus, ihre Hilfe anbieten. Künftig wollen sich die Mitglieder des Netzwerks Solidarität wieder verstärkt in der Gemeinschaftsunterkunft zeigen. Ein Vater aus Afghanistan hatte Hans Bensing um Nachhilfe in Deutsch für seinen zehnjährigen Sohn gebeten, was Bensing gerne übernehmen werde.

Treffen fand auf dem Gelände der Kirche statt

Eigentlich wollte sich das Netzwerk Solidarität an der Römersiedlung treffen. "Nachdem es jedoch etwas geknirscht hat und die Römersiedlung als Freilichtmuseum nicht für Veranstaltungen zur Verfügung steht, habe ich kurzerhand bei meinen Kirchenältesten angefragt", erzählt Pfarrer Rainer Janus. Auf dem kleinen Dienstweg habe der Ältestenrat ganz selbstverständlich sein Einverständnis für die Wiese vor der Kirche gegeben. "Sind wir mal ehrlich, das ist der schönste Platz in der Gemeinde", meint Pfarrer Janus. Wenn nicht hier auf dem Gelände der Kirche, wo dann sollten Menschen willkommen sein. Der Spaziergang in den Ort verbunden mit einer kleinen Schnitzeljagd für die Kinder und Jugendlichen habe ebenso gut getan. Aus diesem Grund habe er morgens Schnelltests besorgt. Der Einhaltung der Corona-Bedingungen werde stets nachgekommen.

In der Gemeinschaftsunterkunft leben aktuell 70 Personen, davon 40 Kinder und Jugendliche. Die Geflüchteten kommen aus den Ländern: Afghanistan, China, Georgien, Irak, Nigeria, Syrien und der Türkei. Für alle, die Fragen zur Arbeit im Netzwerk Solidarität haben oder sich ehrenamtlich einbringen möchten, steht der Vorsitzende Eberhard Braun nach Absprache zur Verfügung. Anmeldungen sind möglich per E-Mail an netzwerk@solidaritaet-friesenheim.de oder unter Telefon 07821/3 29 83 43.

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