Vierbeiner vergiftet Hundehasser in Friesenheim?

Christine Bohnert-Seidel
Maya und ihre Mutter Nicole Gyssler-Rombach freuen sich sehr, dass es Dackel Kalle wieder gut geht. Er wurde vergiftet. Foto: Bohnert-Seidel

Vierbeiner von Dominik Gyssler überlebt Vergiftung: Hinweise auf "Mann mit Knüppel"

Schuttern - Entsetzen macht sich aktuell unter Hundebesitzern breit. Von Giftködern, die ausgelegt werden, ist in Schuttern die Rede. Außerdem soll ein Mann mit einem Knüppel unterwegs sein, der sich damit vor Vierbeinern schützen will.

"Dackel Kalle ist ein Seelenhund, der keiner Fliege was zuleide tut, der den berühmten Dackelblick drauf hat und Freundschaften schließt", erzählt sein Besitzer Dominik Gyssler gegenüber der Lahrer Zeitung. Am Sonntag hat Gyssler mit Kalle seine übliche Dorfrunde gedreht. Einmal um Schuttern herum und zurück nach Hause. Bis dahin sei die Welt noch in Ordnung gewesen. "Gegen 20 Uhr fing Kalle an zu würgen", erzählt Gyssler. Außerdem habe der Hund das Futter verweigert. Zunehmend beschreibt ihn sein Herrchen als "neben der Spur". Nachts um 1 Uhr sei es dann richtig losgegangen.

Polizei und Gemeinde liegen keine Hinweise vor

Der zehn Monate alte Rüde sei apathisch geworden und habe kurz vor einem Kollaps gestanden. Kurzum habe Gyssler die Tierklinik in Lahr angerufen. Dort sei der Hund zunächst wieder stabilisiert worden.

Am Montag packte Gyssler seinen Vierbeiner und fuhr mit ihm nach Freiburg, wo weitere Untersuchungen gemacht wurden. "Sein Darm war aufgebläht, die Luftröhre vergrößert und die Blutuntersuchungen deuten auf eine Vergiftung hin", so Gyssler. Untersuchungen der Bauchspeicheldrüse hätten den Verdacht einer Vergiftung erhärtet. Dass Kalle nicht in Privatgärten schnuppert, darauf achte Gyssler ohnehin bei jedem Spaziergang. Ob es sich konkret um Rattengift gehandelt hat oder eher eine andere Giftart war, ließe sich nur über weitere Tests nachweisen. Gyssler ist nun erst einmal froh, dass sich Kalle wieder auf dem Weg der Besserung befindet. Rund 600 Euro hätten die Untersuchungen mit sich gebracht. "Die Hauptsache ist, dass es Kalle wieder gut geht", betont Gyssler.

Auf eine Anzeige bei der Polizei hat Gyssler verzichtet. "Ich hätte weitere toxikologische Untersuchungen in Angriff nehmen müssen, um eine exakte Definition des Giftes zu erhalten", erklärt er. Darüber hinaus hätte das Labor einen Hinweis darauf gebraucht, nach welchem Gift es suchen müsste. Der Schutterner wollte jedoch nur noch, dass wieder Ruhe einkehrt. Allerdings habe er einen Facebook-Post zur Warnung anderer Halter geschrieben. Dieser hat sich soweit verbreitet, dass der Hinweis auch in der App "Dogorama" aufploppte, eine App für Hundehalter, die unter anderem Warnhinweise veröffentlicht. Zusätzlich wurde bei dieser Meldung auch auf einen "Mann mit Knüppel" hingewiesen, der sich damit gegen Vierbeiner schützen wolle. Weder der Polizei noch der Gemeinde Friesenheim liegen jedoch Hinweise dazu vor. Hinweise zu Giftködern oder dem "Knüppel-Mann" nimmt das Polizeirevier Lahr unter Telefon 07821/27 70 entgegen.

Mit seiner Geschichte steht Dominik Gyssler nicht allein da. Im Februar wurde eine Katze von einem Luftgewehr mit Diabolo-Projektil angeschossen und starb. Dieser Vorfall wurde bei der Polizeibehörde in Lahr zur Anzeige gebracht. Der Täter wurde jedoch nicht gefasst. Im Dezember 2018 musste die Hündin von Rainer und Judith Janus nach Lahr in die Tierklinik gebracht werden. Die Symptome waren ähnlich derer von Dackel Kalle. Eine Vergiftung wurde attestiert, aber die Giftart ließ sich auch in jenem Fall nicht näher bestimmen.

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