Friesenheim Historischer Verein: Martin Buttenmüller wirft hin

Schuttern - Ein Schock für viele Mitglieder: Der Vorsitzende des Historischen Vereins Schuttern, Martin Buttenmüller, gibt bekannt, dass er sich nicht wieder aufstellen lässt. Der Vorstand sucht nun nach einem Ersatz.

"Ich stelle mich nicht mehr zur Wahl", mit dieser Bekanntgabe von Martin Buttenmüller, langjähriger Vorsitzender des Historischen Vereins Schuttern, platzte am Mittwochabend eine Bombe. Kaum ein zweiter hat das Amt eines Vorsitzenden mit so viel Präsenz gezeigt wie er und die Geschichtsgestaltung eines Ortes in 16 Jahren so sehr vorangetrieben wie er. Die Gründe lässt er im Dunkeln.

Selbst seine bisherigen Vorstandskollegen fühlten sich von der Vorgehensweise, der kategorischen Ablehnung überrumpelt. Erst nachdem Matthias Rudolf drum gebeten hatte, Buttenmüller möge die Übergabe des neuen Klostermuseums am 22. Februar zu Ende führen, lenkte Buttenmüller ein. "Okay, dann noch bis zum 22. Februar kommissarisch, aber nicht als Vorsitzender – aber dann ist Schluss", erklärte Buttenmüller knapp.

Mitglieder versuchen Buttenmüllers Meinung nochmal zu ändern

Gründe ließ er kein e verlauten. Von seinen bisherigen Vorstandsmitgliedern sprach er mit Anerkennung und betonte: "Es liegt definitiv nicht am Vorstand. Dies ist ein sehr guter Vorstand, mit dem ich in den letzten drei Jahren sehr gut zusammengearbeitet habe." Außerdem wird er den Vorstand bei Fragen unterstützen. Ekkehard Klem, Mitglied im Vorstand des Historischen Vereins Mittelbaden, Gerolds­ecker Land erklärte: "Die Gesamtsituation ist nicht so glücklich. Der Historische Verein muss sich jetzt Gedanken machen und bis in drei oder vier Monaten einen neuen Vorsitzenden wählen."

Während die Spitze frei bleibt, wurde Manuel Hugelmann zum Stellvertreter, Matthias Rudolf zum Schriftführer, Christa Surbeck zur Rechnerin und Johannes Buchholz, Eduard Grin, Alexander Schillinger und Selina Herrmann zu Beisitzern gewählt. Das Gremium einigte sich auf den 20. März 2019 und wird sich jetzt um einen Nachfolger kümmern. Nachdem Buttenmüller erklärte: "Die Sache ist für mich erledigt", versuchte Ekkehard Klem weiter einzulenken. "Martin, das ist dein Lieblingsgebiet." Außerdem sei er die Verbindung zu den Universitäten. "Das schlägt an der Universität Heidelberg ein wie ein Donnerschlag, wenn sie erfahren, dass Buttenmüller nicht mehr zuständig ist", erklärte Klem. Das Klostermuseum liege in der Hauptträgerschaft des Historischen Vereins. Wenigstens bis zur Fertigstellung sollte Buttenmüller sich um das Museum kümmern. Buttenmüller erklärte, dass er künftig auch nicht mehr für Führungen in der Ausgrabung und im Kloster zur Verfügung stehen wird – 159 Führungen hatte er übernommen. Neue Strukturen werden im Historischen Verein Schuttern anstehen.

Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf wird den Historischen Verein bei der Suche nach einem adäquaten Nachfolger unterstützen. Der Verein komme sicherlich auch über einen gewissen Zeitraum ohne Vorsitzenden aus. Im Anschluss dankte Kopf den Mitgliedern: "Die Gemeinde ist sehr glücklich über die Arbeit des Vereins."

Der Verein zog dennoch Bilanz und blickte auf ein reges geschichtliches Leben, das sich in einer Vielzahl von Ereignissen niederschlug. Fragmente des Mosaiks wurden von Studenten der Universität Freiburg gereinigt, der Römerradweg wurde neu konzipiert und ein Film über das Kloster Schuttern gedreht Außerdem wurde ein altes Aquarell gekauft sowie von der Universität Heidelberg alte Handschriften aus dem früheren Klosterleben digitalisiert. Der Tagungsband wurde fertiggestellt.

Dass die Spendensammlung in der Regel das Verdienst von Buttenmüller war, hob Rechnerin Christa Surbeck in ihrem Jahresbericht hervor. Mehr als 50 Historiker haben in Schuttern ihre Tagung abgehalten und Historikerin Marita Blattmann hat mit einem Vortrag zum Kloster begeistert.

Eine der wichtigsten Handlungen war die Besiegelung des Kooperationsvertrags zwischen der Gemeinde Friesenheim, der katholischen Kirchengemeinde Friesenheim sowie dem Historischen Verein Schuttern. Alle drei wollen die Inwertsetzung des ehemaligen Reichsklosters voranbringen und dieses publikumswirksam darstellen.

Zudem wurden langjährige Mitglieder zu Ehrenmitglieder ernannt, darunter Elfriede Remer, Josef Mussler und Willi Ritzenhoff.

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