Friesenheim Harmonikaklänge in der Sauna

Schwungvolle Musik und heitere Unterhaltung haben das Duo gebildet, das die Gäste seit mehr als 50 Jahren bei den Harmonikafreunden Schutterklänge erfreut. Gut 300 Gäste sind am Samstag in die Offohalle gekommen.

Schuttern. "Ich freue mich über die vielen Gäste", erklärte Hans-Jürgen Kopf, Vorsitzender der Harmonikafreunde. Seit 53 Jahren gibt es die Harmonikafreunde, genauso lange wird bereits in Schuttern Theater gespielt und das Publikum unterhalten.

Die Jugend im Harmonikaverein eröffnete am Samstagabend unter der Leitung von Ann-Sophie Schubert die musikalische Reise. Versiert, leger und mit einer persönlichen Note versehen führte Christian Junele durch das Programm. Ihm machte die Arbeit mit der Jugend sehr viel Freude. Nicht zuletzt habe sie ihn uns seine Familie zu einer reise nach Irland inspiriert. In diesem Jahr fiel die Auswahl der Stücke auf Russland.

Die Jugend wurde unterstützt von einigen Spielern des ersten Orchesters und verstand es dennoch sich selbst zu platzieren und ihre eigene hohe Spielkunst in einer "Zwergen-Suite" in drei Sätzen von Marcus Mtuszewski zu demonstrieren. Bevor der musikalische Spaziergang durch Russland begann, unternahm das Jugendorchester einen schwungvollen "Holiday-Trip". Die Qualität des Spiels attestierte Nese Bayraktar, die Mutter von Gözdeniz, einem der Musiker, mit einem strahlenden Lächeln. Seit zehn Jahren spielt ihr Sohn im Orchester.

Vier Stunden Programm vergehen wie im Flug

In eine vielfältige musikalische Welt entführte das erste Orchester der Harmonikafreunde unter der Leitung von Peter Kounis. Das Orchester ließ das Publikum auf den Swiss-Express förmlich aufspringen, machte bei "City Moments" kurz Halt, um anschließend sich im leidenschaftlichen "Tango Appassionado" zu verlieren. Dieses Orchester spielte sehnsuchtsvoll, leidenschaftlich und mit einer eigenen Brillanz des Könnens. Dem Akkordeonorchester sieht man die Liebe zum Instrument an und die Musiker verstehen es diese Innigkeit auf sein Publikum zu übertragen. Die Bandbreite des Könnens wird immer wieder im Jahreskonzert herausgestellt und verdiente auch in diesem Jahr wieder tosenden Applaus.

Obwohl das Publikum für den Jahresabend mit den Harmonikafreunden ganz schön lange auf den Stühlen verweilen musste, eilten vier Stunden Unterhaltung fast schon wie im Funkenflug vorbei. Heitere, knackige Dialoge platzierte das Theaterensemble unter der Leitung von Renate Spinner. Zum Wegschmeißen komisch nicht nur die bestens besetzten Herrenrollen und deren eigener Blick auf die Frauenwelt. Auch die Frauen sorgten als "Sauna-Fregatten" für Lachtränen. Die Komödie, "Der Sauna-Gigolo" von Andreas Wening traf exakt den Nerv des Publikums und strapazierte gekonnt die Bauchmuskulatur der Gäste. Am Ende blieb dem Vorsitzenden Hans-Jürgen Kopf nur noch der große Dank an alle Protagonisten für einen unvergesslichen Abend.

Das Stück "Der Sauna-Gigolo" handelt von den drei Freundinnen Theresa, Lisbeth und Ursel, die ihre Zeit in der Damensauna am liebsten damit verbringen, über die Geschehnisse und Einwohner der Gemeinde abzulästern. Saunameisterin Rita Raffke ist nicht nur von den drei "Giftspritzen", sondern auch von ihrem neuen Kollegen Sandro Kern genervt. Dieser spaziert mit Muskel-Shirt und durch die Sauna-Welt und macht ihr die weiblichen Massagekunden abspenstig.

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