Friesenheim "Handball fehlt einem schon"

Frederik Simak (links) wirft beim letzten vor der Corona-Pause gegen die SG Flensburg-Handewitt aufs Tor. Derzeit hält sich der Friesenheimer Handballprofi in Diensten der Füchse Berlin individuell fit. Foto: Gora

Der Friesenheimer Bundesligaspieler Frederik Simak wird derzeit – wie alle Sportler – vom Coronavirus ausgebremst. Seine Kollegen von den Füchsen Berlin und er haben sich daher zum Gehaltsverzicht bereit erklärt – und halten sich zu Hause fit.

Als Profisportler hat man oft einen anderen Alltag als andere Arbeitnehmer. In der Corona-Krise aber verschwimmen diese Unterschiede, fast jeder ist von den Einschränkungen betroffen. "Das betrifft uns wie andere Berufe auch", sagt der Friesenheimer Frederik Simak, der seit 2016 beim Handball-Bundesligisten Füchse Berlin unter Vertrag steht. Zuvor spielte er bei der SG Ottenheim/Altenheim in der Jugend-Bundesliga.  

Füchse-Spieler verzichten auf Gehalt

Am Montag gab der Hauptstadtclub bekannt, dass man sich mit allen Spielern auf einen Gehaltsverzicht geeinigt habe. "Ich freue mich, dass wir so unkompliziert eine Lösung mit allen Spielern treffen konnten", wird Geschäftsführer Bob Hanning in der Mitteilung zitiert. Für die Mannschaft sei es klar gewesen, "dass wir den Verein unterstützen müssen", erklärt Simak im Telefonat mit unserer Zeitung.  

Mehr als Passen ist im "Home-Training" nicht drin

Da an Mannschaftstraining derzeit nicht zu denken ist, befindet sich der 22-Jährige im "Home-Training", wo er sich mit Kraft- und Lauftraining fit hält. Dazu steht er regelmäßig mit dem Athletiktrainer der Füchse in Kontakt, erzählt Simak. Für rund eine Woche war er zuletzt in der Friesenheimer Heimat. Ab und an habe er sich auch mit seinem Bruder Axel, Kreisläufer beim Oberligisten SG Köndringen/Teningen, Bälle zugepasst. Viel mehr war handballerisch aber nicht drin, das Fitnesstraining stand im Vordergrund. "Aber Handball fehlt einem schon. Es ist einfach derzeit etwas anderes, als 90 Minuten Handball zu trainieren."  

Verständnis für die Maßnahmen

Wann Simak mit seinen Teamkollegen wieder in eine Handballhalle darf, weiß derzeit keiner. Man warte derzeit auf Infos und der Verein halte sich an die behördlichen Vorgaben. "Die Maßnahmen sind notwendig und nachvollziehbar – es gibt wichtigeres als Sport", sagt Simak zur aktuellen Situation.  

Hoffen auf Fortsetzung der Liga

Die Bundesliga ist bis zum 22. April ausgesetzt, ob es danach weitergehen kann, ist noch völlig offen. Es wäre schön, wenn man die Saison noch fertig spielen könnte, findet Simak. Das allerdings dürfte seiner Meinung nach schwer werden, so der Rückraumspieler. "Falls es weitergeht, wäre der Spielplan auf jeden Fall enger getaktet", mutmaßt er. Damit hätte man bei den Füchsen Erfahrung, durch die Teilnahme am EHF-Cup hatten Simak und Co. vor der Pause einige englische Wochen. "Viel enger kann’s eh nicht mehr werden", hat Simak keine Angst vor englischen Wochen.  

Studium, Netflix und Play-Station

Für den Fall der Fälle hält sich Simak auf jeden Fall zu Hause fit. Acht Stunden am Tag kann aber auch ein Profisportler nicht schuften. Daher sind Alternativen für den Zeitvertreib gesucht. In Friesenheim hat Simak viel Zeit mit der Familie, die er sonst nicht so viel sieht, verbracht. Zudem nutzt er die Phase, um sein Fernstudium (Sportmanagement) voranzutreiben. "Und dazu klassisch Netflix oder Play-Station", sagt Simak mit einem Schmunzeln in der Stimme.

 Unter neuem Trainer viel Einsatzzeit bekommen

Sportlich war bei den Füchsen zu Jahresbeginn etwas Sand im Getriebe, Ende Februar trennte sich der Verein vorzeitig von Trainer Velimir Petkovic. Bevor im Sommer Jaron Siewert übernimmt, wurde für die Übergangszeit Michael Roth verpflichtet. Unter ihm bekam auch Simak viel Einsatzzeit und Vertrauen, das er mit Leistungen zurückzahlte. Derzeit befindet sich Roth in Quarantäne, er wurde positiv auf das Coronavirus getestet, wie die Füchse bekanntgaben. Medienberichten zufolge geht es dem Trainer gut.

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