Von Ariane Fries
 
Friesenheim. Ein Pärchen hat sich in Friesenheim mit gehäkelten Wollmützen selbstständig gemacht. Noch läuft das Gewerbe bei Sarah Schimmel und Rafael Weißmüller nebenbei. Aber der Winter kommt ja erst noch.
 
Sarah Schimmel hat eigentlich schon immer gehäkelt. Schals, Mützen, alles mögliche. So viel, dass irgendwann Familie, Freunde und Bekannte versorgt waren. Die Überproduktion entwickelte sich nach und nach zu einem Platzproblem. Aber auf Weihnachtsmärkten verkaufen? »Das konnte ich mir nicht vorstellen«, sagt die  24-Jährige heute. Also gründete sie gemeinsam mit ihrem Freund Rafael Weißmüller im Oktober 2013 die kleine Firma Schneewolle. »Der Name sollte zeitlos sein und passen«, erinnert sich Weißmüller.
 
Der IT-Experte Weißmüller setzte dazu einen professionellen Webshop auf, über den die Ware bestellt werden kann. Dazu schreibt Schimmel einen Blog rund um ihr »Hobby«. Sie erklärt etwa den Ursprung des Häkelns und verrät Tipps und Tricks zu den Maschen und der Wollauswahl. Innerhalb von 48 Stunden wird die Mütze geliefert. Kostenpunkt: ab 24 Euro. Bei ihrer »Kollektion« lässt sich Schimmel von den Trends in Modeblogs und den kommenden Kollektionen verschiedener Designer inspirieren. »Marsala kommt im Winter«, ist sie sich sicher. Die Farbe ist ein erdiges Weinrot, ein angenehm auffallender Ton. Neonfarben seien nicht mehr so beliebt.
 
Grundsätzlich können Kunden wählen zwischen Beanie, also einer Mütze mit ein wenig Platz am Hinterkopf, oder einer klassischen Wollmütze, die eng am Kopf anliegt. Dazu  haben die Friesenheimer unzählige Farbkombinationen im Angebot. Auch individuelle Wünsche können berücksichtigt werden. »Ideal wäre ein Konfigurator, an dem sich Kunden online ihre Mützen selbst nach Farb- und Musterwünschen zusammenstellen«, wissen die beiden. Ihn zu programmieren, sei aber viel Aufwand. Im Schnitt trudeln derzeit zwei bis drei Bestellungen die Woche ein. Sogar am bisher heißesten Tag des Jahres wurde eine Bestellung online aufgegeben.
 
»Was aber noch genau kommt, können wir nicht abschätzen«, sagt Weißmüller. »Zum Winter wird’s mehr.« Zu den Stammkunden gehören derzeit noch eher der Freundes- und Bekanntenkreis. Wichtig war den beiden bei der Auswahl der Wolle, dass sie im Winter schön warm hält und recht pflegeleicht ist. Als Prototyp-Kunden haben sie dabei an Snowboarder gedacht. Die Mütze sollte warm und robust sein. Das richtige Material für ihren Anspruch haben sie bei Wolle Rödel in Lahr gefunden. Das bevorzugte Garn darf nämlich nicht zu dünn sein. Sonst dauert die Anfertigung zu lange und das Produkt hält auch nicht richtig warm. Unterstützt wird Schimmel bei der Produktion von Weißmüllers Großmutter Marianne Roth. Derzeit suchen Schimmel und Weißmüller noch Unterstützung bei der Herstellung. Wer Interesse daran  hat, kann sich bei Weißmüller und Schimmel unter der E-Mail-Adresse info@schneewolle.de melden. Die Internetseite ist unter www.schneewolle.de erreichbar.