Ortschaftsrat Oberweier diskutiert Geteilte Meinungen zum Kita-Provisorium

Christine Bohnert-Seidel
 Foto: Bohnert-Seidel

Durch einen provisorischen Kindergarten sollen in Friesenheim die notwendigen Kindergartenplätze gedeckt werden. Das Provisorium wird solange bleiben, bis die Einrichtung im Kloster Heiligenzell fertig ist – dies könnte sich aber ziehen.

Friesenheim. Um eine provisorische Kindertageseinrichtung an der Sternenberghalle kommt die Gemeinde Friesenheim nicht drumherum. Eigentlich war die Inbetriebnahme der Kindertagesstätte im Kloster auf das Frühjahr 2022 angepeilt. Dieser Zeitplan kann jedoch nun nicht mehr eingehalten werden – das mit dem Umbau des Klosters beauftragte Planungsbüro Hansert hatte "wegen öffentlicher Rufschädigung aus dem Gemeinderat" den Auftrag zurückgezogen. Seither ist die Gemeinde auf der Suche nach einem neuen Planungsbüro – und wurde bislang noch nicht fündig.

Die Weichen für die provisorische Einrichtung sind bereits in einer jüngsten Sitzung des Gemeinderats gestellt worden. Zur weiteren Beratung ist die Planung einer provisorischen Einrichtung in den Ortschaftsrat von Oberweier gekommen, da das Gelände der Sternenberghalle sich auf der Gemarkung von Oberweier befindet.

Kritik an der Planung der Gemeinde wird erneut laut

Im Ortschaftsrat wurde der Standort recht kontrovers diskutiert. Wie bereits in der Gemeinderatssitzung betonte Ortschaftsrat und Gemeinderat Achim Müller (CDU): "In die Bredouille mit dem Zeitdruck hat sich die Gemeinde selbst gebracht. Ein halbes Jahr wurde in der Planung verschenkt. Nichts wurde gemacht", so Müller. Von einer so genannten Containerlösung, wie sie am Sternenberg kommen wird, hält Müller nichts. "Ich bin überzeugt, die 100 000 Euro werden nicht reichen", sagte er. Lieber hätte er die Abwägung mehrere Standorte gesehen. Mit ins Spiel gebracht hat er dabei auch die Tennishalle in Oberweier, die sich auch umgestalten lasse. "Leider sind die Anforderungen an einen Kindergarten heute sehr viel höher als vor 40 Jahren", erklärte Ortsvorsteher Andreas Bix. Eine Gemeinde sei an Gesetzmäßigkeiten gebunden. Die Gemeinde stecke jetzt in dem Dilemma, "zur Deluxe-Handlung gezwungen zu sein".

Zu viel wertvolle Zeit und damit ein hohes Kapital sah Ratsmitglied Alexander Weschle (CDU) verstreichen. Dass man ein Gebäude nicht in fünf Jahren umgebaut bekomme, mache ihn sprachlos. "Das Fass Kloster brauchen wir nicht mehr aufzumachen", erklärte Bix. Es sei eben ein Dilemma. Wolfgang Kienzler (FW) hält den Vorschlag der Gemeindeverwaltung einer provisorischen Einrichtung an der Sternenberghalle für gut. Der Standort liege zentral für Kinder aus Heiligenzell, Oberweier und Friesenheim.

Im Pfarrhaus befindet sich bereits eine Krippengruppe

Im Pfarrhaus in Oberweier ließe sich nur eine Gruppe unterbringen. Dort befindet sich bereits eine Krippengruppe aus dem Kindergarten St. Michael. Ob ein Umbau des Pfarrhauses, ganz gleich, in Oberweier oder Oberschopfheim die Kosten nicht ebenfalls durch die Decke treiben würde, bleibe offen. Julius Haas (CDU) wirft ein Quäntchen Glück in die Waagschale und merkte an: "Wenn wir in Heiligenzell bereits gebaut hätten, wären wir sehr wahrscheinlich in den Trend explosionsartiger Kosten geraten." Wie letztlich die Kostenentwicklung sein wird, bleibt offen, erklärte Bix.

Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung heute, Montag, 8. November, ab 19 Uhr ist die Einrichtung einer provisorischen Kindertageseinrichtung bis zur Fertigstellung der Kindertagesstätte im Kloster auf der Tagesordnung vorgesehen. Weiter auf der Agenda steht der Bebauungsplan Eschental, die Elternbeiträge in der Schülerbetreuung sowie die Vergabe von Ingenieur-Leistungen zur Fortschreibung des Flächennutzungsplans.

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