Friesenheim Friesenheims größte Bananenpflanze

Der Friesenheimer Hans Hebding vor der mehr als sechs Meter hohen Bananenstaude in seinem Garten – in diesem Jahr trägt sie Früchte. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Anfang März wird sie ausgepackt und im November nach dem ersten Frost wieder eingepackt: die größte Bananenstaude Friesenheims. Dazwischen liegen für Hans Hebding intensive Phasen der Pflege und des Wachstums.

Hans Hebding hegt und pflegt seit mehr als 20 Jahren seine Bananenstauden in direkter Umarmung zur Weide. Dass dies seit vielen Jahren der ideale Standort für die exotische Pflanze ist, habe sich zufällig so ergeben. Wer Bananenstauden sein Eigen nennt, braucht vor allem sehr viel Geduld und einen langen Atem: "Erst nach fünf bis sechs Jahren beginnt die Pflanze zu blühen und trägt dann einmalig Früchte", sagt der 84-Jährige.

"Gegessen habe ich noch keine", gesteht der Friesenheimer. Aber bei den derzeitigen tropischen Temperaturen dürfte auch der Reifegrad der Banane eine gute Süße erfahren. Dicker als sein Mittelfinger werden sie ohnehin nicht. Wenn man die Schale wegrechnet, bleibt nicht mehr viel Frucht. "Aber darum geht es ja nicht", stellt Hebding klar. So hoch wie in diesem Jahr, mit gut sechs Metern, sei bislang noch keine Staude gewachsen. Man müsse der Pflanze dazu ihre Ruhe lassen. Dass sie keinen Wind verträgt, zeige sie zum Beispiel mit kleinen zerfetzten Blattzipfeln. Nach der Blüte mit ei­nem Glockenkelch wird sie absterben und neuen Zöglingen Platz machen.

Nur einmal trägt die Staude Frucht. In den sechs Jahren zuvor heißt es zuschauen und die Pflanze für den Winter jeweils warm mit einer Sack- und Kunststoffschicht verpacken. "Da stehe ich dann noch selbst auf der Leiter und kappe das obere Stück", erzählt Hebding. Die Spitze hob sich schon beim zweijährigen Zögling drei Meter vom Boden ab. Auf der Sonnenseite des Gartens, im Schutz der Weide und verborgen im Dickicht der Kiwihecke, lässt es sich für die Bananenstaude gut leben.

Rekordernte beim Obst

Wie der Friesenheimer zur Staude gekommen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. "Wahrscheinlich habe ich von einem Kollegen einen Ableger bekommen und diesem eine Chance gegeben", mutmaßt der Gartenbesitzer. Daraus sei dann ein optimaler Standort für die Südfrucht geworden.

Ganz geheuer ist ihm das prächtige Wachstum allerdings nicht. "Wo soll das mit dieser Klima-Erwärmung nur hinführen", fragt sich der 84-Jährige. Eine regelmäßige Bananen-Ernte in Friesenheim würde ihn nicht erfreuen. Da verweist er lieber auf die Mirabellen im Garten, die langsam, aber sicher vor sich hinreifen. Deren Behang ist so üppig wie seit langem nicht mehr: Wie Perlen auf der Kette reihen sich die gelbgrünen Früchte aneinander. Ihre Ernte steht erst in ein paar Wochen bevor. Bis dahin wird sich Hans Hebding am Anblick seiner Bananen erfreuen. Ob er von den Früchten kostet, lässt er offen. Und er hat viel Freude daran, dass er Friesenheims größte Bananenstaude besitzt.

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