Friesenheim "Formular ist Wissenschaft für sich"

Ferdinand Bandel bietet im Georg-Schreiber-Haus in Friesenheim monatliche Sprechstunden. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Neben der Freude auf die Rente sind Menschen oft von den bevorstehenden Versicherungsabschlüssen eingeschüchtert. Ferdinand Bandel hilft den angehenden Rentnern und geht mit ihnen durch den "Gesetzesdschungel".

Friesenheim. Eine Frau,schätzungsweise Anfang 60, schaut sich suchend im Dorfgraben in Friesenheim um. Fragend schaut sie zu Ferdinand Bandel. "Kommen Sie in die Sprechstunde", fragt der Friesenheimer. Es ist kurz vor 16 Uhr und Beginn der ersten Sprechstunde an diesem Dienstagnachmittag. Die baldige Rentnerin nickt, auch sie will wissen, was auf sie finanziell zukommen wird.

Seit 19 Jahren ist Bandel ehrenamtlicher Versichertenberater der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin. Es ist ein Ehrenamt, das der 73-Jährige ausfüllt. Unter seinem Arm trägt er Gesetzestexte und Erklärungen für die Ratsuchenden. Neben der Freude auf die Rente, stehen viele aber auch einem Berg Fragen gegenüber. Allen voran die Frage "Wie beantrage ich eine Altersrente oder Erwerbsminderungsrente?" oder "Wie hoch wird meinte Altersrente einmal sein?".

Im Gespräch mit Bandel lassen sich während seiner monatlichen Sprechstunde viele offene Fragen klären oder Anträge lückenlos ausfüllen. Auf Wunsch lässt der Versicherungsberater beim Rentenversicherungsträger den künftigen Rentenanspruch berechnen.

Seit Januar diesen Jahres ist er wieder für die kommenden sechs Jahre in sein Ehrenamt gewählt worden. Wie er damals vor 19 Jahren dazu gekommen ist, das habe mit seinem Engagement und seiner Mitgliedschaft bei der katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) zu tun. Seit 40 Jahren gehört er der christlichen Organisation an. Im Grunde habe ihn ein Freund aus der KAB um die Bewerbung gebeten. Dieser sei aus Altersgründen ausgeschieden und wollte sein Feld mit Bandel als Nachfolger bestellt wissen. So zählt Bandel seit gut 20 Jahren zu den 2500 ehrenamtlichen Beratern, die in der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin gewählt werden.

Vor sieben Jahren ist Bandel mit seiner Familie nach Friesenheim gezogen und habe fortan in Friesenheim im Georg-Schreiber-Haus monatlich seine Beratungsstunden angeboten. Er wisse sehr wohl um den riesigen Gesetzesdschungel, der sich allein beim Ausfüllen der Formulare für die künftige Rente eröffne. Sich selbst bringt er jährlich bei Fortbildungen und Schulungen auf den aktuellen Stand. Seine Sprechstunde ist kostenlos und für jeden der offene Fragen habe, hilfreich. "Das Formular für die Rente ist schon eine Wissenschaft für sich", weiß Bandel. "Es gibt immer Änderungen, Neuerungen und Ergänzungen", weiß der ehemalige kaufmännische Angestellte. Für eigene Fragen nutze er einen direkten heißen Draht nach Berlin. Versichertenberater hätten in der Zentrale ihre Ansprechpartner und entsprechend schnelle Antworten parat. Obwohl Bandel selbst schon seit zehn Jahren in Rente ist, fühlt er sich als Versichertenberater noch lange nicht zu alt. "Das mache ich solange ich Freude daran habe", erklärt Bandel.

Die nächste Beratung mit Ferdinand Bandel ist am Dienstag, 11. September, von 16 bis 18.30 Uhr. Nur mit Terminabsprache ist eine Beratung möglich. Interessierte können sich unter Telefon 07821/9 93 03 95 oder per E-Mail an frauke_ferdi_bandel@t-online.de anmelden. "Mitzubringen sind sämtliche Unterlagen zur Rente sowie ein gültiger Personalausweis", erklärt der Experte.

  • Bewertung
    1