Friesenheim Hauptsammlung: "Entscheidungsreiches Jahr vor uns"

Zahlreiche Mitglieder des Bunds "Heimat und Volksleben" bekamen Goldene Ehrennadeln verliehen. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Von Markdorf am Bodensee bis nach Weinheim an der Bergstraße finden sich Mitglieder des Bunds "Heimat und Volksleben". 500 Vertreter aus 200 Trachtengruppen haben sich zur Hauptversammlung in Friesenheim getroffen.

"Heimat bedeutet wo gehe ich hin, woher komme ich, und was tue ich", mit diesen Worten begrüßte der Friesenheimer Bürgermeister Erik Weide die Versammlung am Sonntag in der Sternenberghalle. In Friesenheim zeige sich kein Verein so aktiv wie der Verein für Heimatpflege und Brauchtum, der die Hauptversammlung ausgerichtet hat.

"Umbrüche werden unvermeidlich sein"

Nicht der Rückblick stand im Fokus, sondern die Ehrung langjähriger Mitglieder und der Blick in die Zukunft. "Ein entscheidungsreiches Jahr liegt vor uns, weil sowohl die Geschäftsführerin als auch der Präsident ihr letztes Amtsjahr antreten", bemerkte Präsident Alfred Vonarb. Eine große Lücke dürfte wohl die Verabschiedung von Geschäftsführerin Ursula Hülse verursachen. "Umbrüche werden unvermeidlich sein", so Vonarb. Allen Vereinen und Verbänden legte er deshalb nahe, vollzählig zu den Herbstversammlungen zu erscheinen. "Eine Rundumversorgung, wie sie Geschäftsführerin Hülse an den Tag legte, wird es künftig nicht mehr geben können", sagte Vonarb. Ins Spiel brachte er die Verteilung von Vorstandstätigkeiten auf mehreren Schultern. Dass dies meist einen zusätzlicher Aufwand darstelle und zu Auseinandersetzungen führen könne, sei nicht auszuschließen. Dennoch sei dies oft der einzige Weg, einen Vorstand zu gewinnen.

Die angebliche Spießigkeit von Heimatverbundenheit und Bürgerlichkeit erfahre selbst bei der Jugend zwischenzeitlich eine Form der Renaissance, stellte Siegfried Eckert, Vorsitzender des BHV, fest. Trachtenvereine seien aus dem kulturellen Leben nicht mehr wegzudenken. Ohne sie würde in den Kommunen ein hohes Kulturgut der Identifikation fehlen. Bis heute hätten die Vereine einen langen Atem bewiesen. Vor allem Hülse sei die gute Seele, die mit Energie und ausgesprochenem Fachwissen, die Geschicke der Gemeinschaft lenke.

  • Bewertung
    0