Friesenheim Einbrecher lassen geklauten Tresor fallen

In das Friesenheimer Pfarrhaus ist am Sonntag eingebrochen worden. Die Täter sind vermutlich über die Haustür eingedrungen. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Friesenheim. "Urlaubszeit ist Einbruchszeit", sagt man – aber eigentlich stimmt das nicht, sagt die Pressestelle der Polizei im Präsidium Offenburg. Ansteigen werden die Zahlen vielmehr dann, wenn es wieder früher dunkel wird.

 

Dennoch musste jetzt Pfarrer Steffen Jelic einen dreisten Einbruch ins Pfarrhaus erleben. Kaum hatte er am Sonntag gegen 8.40 Uhr die Tür hinter sich zugezogen, machten sich zwei Einbrecher ans Werk. Vermutlich sind die beiden Täter über die Haustür eingedrungen. Wie gut, dass Pfarrer Stephan Bäumle im Pfarrhaus weilte und die Einbrecher mit dem Tresor unter dem Arm im Garten entdeckte. Als sie sich ertappt wähnten, zog sich einer der beiden eine Kapuze über den Kopf. Beide Männer waren von kräftiger Statur und trugen langärmelige Sweatshirts in grau und dunkelblau. Auffällig war für den Zeugen die dunkle Hautfarbe.

"Gott sei Dank sind sie unverrichteter Dinge abgezogen", sagte Pfarrer Jelic gegenüber der Lahrer Zeitung. Dennoch bleibe ein Gefühl der Unsicherheit zurück. "Irgendwie fühlt man sich nach solch einem Ereignis in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher." Die Einbrecher wähnten sich ungestört, zogen im Schlafzimmer des Pfarrers Jelic den Kopfkissenbezug ab, und wickelten den Tresor darin ein. Mit Besuch im Pfarrhaus hatten die Diebe wohl nicht gerechnet. Wirklich hellhörig geworden ist Bäumle erst, als der ungewöhnliche Lärm im Haus etwas zugenommen hatte. Es ist nämlich gar nicht ungewöhnlich, dass am Wochenende Mitarbeiter oder Ehrenamtliche Kopien machen oder noch etwas aus dem Büro holen müssen.

So ganz hat Pfarrer Bäumle der Situation dann aber wohl doch nicht mehr getraut und schließlich zum Fenster hin­aus geschaut: Dort waren die Einbrecher gerade im Begriff, im Schutz der großen Zeder beim Haus, den Tresor in den Kissenbezug zu packen. Unverrichteter Dinge rannten sie letztlich vom Hof. Die Polizei ist eingeschaltet.

Das Polizeipräsidium Offenburg rät insbesondere zu Achtsamkeit in der Nachbarschaft. Gibt es Auffälligkeiten, Menschen auf einem Anwesen, die dort nichts zu suchen haben, dann sollte dies gegebenenfalls über die Telefonnummer 110 überprüft werden. Briefkästen sollten auch bei Abwesenheit regelmäßig geleert werden, Mülltonnen vom Nachbarn oder von ei­nem Bekannten pünktlich an den Straßenrand gestellt werden und nicht schon Tage zuvor. Hände weg vom Klassiker: Den Haustürschlüssel nicht un­ter der Fußmatte, hinter dem Stein, im Blumenkübel oder auf der Fensterbank verstecken. Wer sein Haus verlässt, sollte generell die Haustür abschließen und gekippte Fenster schließen: Oft geschehen Einbrüche exakt im Zeitraum eines Einkaufs. Schmuck gehört nicht ins Schlafzimmer, in die Kommode oder in den Schminktisch. "Lieber im Kochtopf im Küchenschrank verstecken", so die Pressestelle, denn Einbrüche geschehen in der Regel sehr schnell. Deshalb bleiben die Küche oder das Badezimmer beim Einbruch oft ausgespart. Schnelle Beute seien auch Wertsachen und Geldbeutel, die im Auto liegen bleiben. Eine kostenlose Beratung zur Sicherung von Haus und Hof erteilt gern das Polizeipräsidium in der Prinz-Eugen-Straße 78 in Offenburg. Informationen gibt es unter Telefon 0781/21 10 41 und im Internet auf www.polizei-beratung.de.

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