Friesenheim Ein Stück Vergänglichkeit festgehalten

Holger Dankelmann mit einem Blick aufs Lahrer Kreuz. Foto: Bohnert-Seidel Foto: Lahrer Zeitung

Holger Dankelmann stellt bei der Nova-Friesenheim am 14. und 15. September, erstmals seine Schwarz-Weiß-Fotografien aus. Mit den Momentaufnahmen, die in der Sternenberghalle zu sehen sind, will der 55-Jährige den Betrachter zur Ruhe kommen lassen.

 

Friesenheim. Der alte Kirschbaum auf dem Berg, wo sich der Lahrweg und der Lierbachweg kreuzen, steht nicht mehr. Gut 100 Jahre hat er den Blick der Passanten auf die scheinbar einsame Insel gelenkt. Den letzten Herbst des Baumes hat Holger Dankelmann kunstvoll und doch sehr schlicht festgehalten. In schwarz-weiß gehalten, lenke Farbe nicht vom Wesentlichen, dem Wiedererkennungswert der Realität ab, so der Friesenheimer.

Künstler setzt auf minimalistisches Equipment

D ie Bilder von Holger Dankelmann tragen ein Stück Vergänglichkeit. "Als Christ stimmt mich die Endlichkeit nicht traurig. Der Tod gehört zum Leben dazu, er macht das Leben aus", sagt der gelernte Drucker. Seine Motive tragen die Aufforderung zur bewussten Lebensgestaltung.

Bei einem genaueren Blick auf die Fotografie erkennt der Betrachter viele kleine Details, wie einen Ahornpropeller, der an einer Baumrinde haftet. Das Motiv wirkt wie eine Installation. "Exakt so habe ich das Motiv angetroffen", erklärt der 55-jährige Friesenheimer. Mit seiner Kamera durchstreift er gern seine Heimat. Die Überschrift seiner Bilder liegt in der Detailarbeit. Nur kleine Passagen des Lebens nimmt er heraus. "Täglich stehen wir Menschen unter Druck. Die Welt ist schnelllebig geworden, sodass wir von einem Termin zum anderen hetzen. Ein "Zur-Ruhe-Kommen" gibt es nicht mehr", sagt der Fotokünstler. Dankelmann will mit seinen Werken auch wachrütteln und schafft dies selbst mit einer gemütlichen inneren Ruhe.

"Detailbilder" nennt er seine Kunst und nimmt dabei nur kleine Passagen aus dem ganz Großen heraus. Dankelmann schafft Momentaufnahmen, die im Kopf zu ganzen Geschichten werden. Die Quintessenz des Lebens liegt für Dankelmann im Detail. Mit seinen Werken zwingt er den Menschen zum Innehalten. Im Großformat bleibe jedes Bild ein Unikat. Das sei wie beim Kunstmaler, dessen Werke auch nur einmal zu haben sind.

"Durch den Minimalismus an meinem Equipment bin ich freier geworden, mich zu bewegen. Das wurde zu meinem persönlichen Motto", erklärt er. Das breite Angebot seiner Aufnahmen zeige, was trotzdem möglich ist. Gerne widme er sich einem Thema, woraus dann eine kleine Serie entstehe: "Fotos mit passendem Titel und Text ist meine Leidenschaft."

Wer sich für die Werke von Holger Dankelmann interessiert, hat am "Nova-Wochenende", 15. bis 16. September, die Möglichkeit, die Fotografien anzusehen. Die Kunstausstellung im Obergeschoss der Sternenberghalle ist am Samstag von 13 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Infos gibt es unter www.detailbilder.de.

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