Friesenheim Ehrenamtliche erhalten mehr Geld

Wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, soll dafür auch etwas zurückbekommen, da sind sich die Friesenheimer einig. Foto: Bohnert-Seidel

Friesenheim - Ehrenamtliche Feuerwehrangehörige werden in Friesenheim künftig mit mehr Geld entschädigt. Darüber waren sich Gemeinderat und alle Ortschaftsräte einig.

Im Jahr 2017 haben der Gemeindetag, Städtetag und der Landesfeuerwehrverband eine gemeinsame Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit dem Thema Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Feuerwehrangehörige befassen sollte.

Alle drei Verbände verfassten ein gemeinsames Schreiben mit Orientierungswerten zur Höhe der Aufwandsentschädigung. Der Gemeindetag überarbeitete im Frühjahr 2018 seine Mustersatzung und verwies darin auf das gemeinsame Schreiben der Verbände.

Bislang gab es jährlich die Hälfte dieser Summe

Dieses Schreiben und die darin empfohlenen Beträge dienten den Verantwortlichen der Feuerwehr Friesenheim und der Verwaltung als Grundlage, die bisherige Satzung neu zu fassen. Dass die Gemeinde eine leistungsfähige Feuerwehr aufstellt, ausrüstet und unterhält, behielt die Friesenheimer Gemeinde stets in ihrem Fokus.

Gleichzeitig sei es ihr Bestreben, das Ehrenamt in der Feuerwehr auch bei rückläufigen Mitgliederzahlen attraktiv zu halten. Der Gemeinde Friesenheim wird über den Gemeindetag, Städtetag und Feuerwehrverband kein Mindestsatz vorgegeben. Trotzdem dienten die Beträge als Richtschnur für eine Satzung, die von allen Beteiligten befürwortet wird.

Bisher lag der Jahresbetrag für die Entschädigung der Feuerwehrangehörigen in der Summe bei 15 850 Euro. Die Empfehlung aus der Vorschlagsliste des Gemeindetags hätte eine Summe von knapp 40 000 Euro vorgesehen. Gemeindeverwaltung und Feuerwehr haben sich letztlich auf eine Summe in Höhe von 29 750 Euro festgelegt.

Bürgermeister Erik Weide betonte, die Beteiligten wären weit unter dem Vorschlag des Städtetags geblieben. "Es wurde mit viel Augenmaß diskutiert und eine Änderung im guten Einvernehmen hinbekommen", so Weide. Ratsmitglied Ewald Schaubrenner (CDU) hob die Leistungsstärke und "top ausgebildete" Friesenheimer Feuerwehr hervor.

Die Gemeinde Friesenheim könne stolz sein, solch eine Feuerwehr zu haben. Aber die Gemeinde unterstütze die Feuerwehr auch stark in finanzieller Art. Entschädigt werden über die Satzung auch Positionen wie die Funktion des Obmannes, die über den Gemeindetag keine Berücksichtigung fänden.

Außerdem erhielten Angehörige seit 2017 Zuschüsse zur Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio von bis zu 180 Euro pro Jahr oder die Übernahme der Führerscheinkosten C und CE in voller Höhe. Zu bedenken gab Schaubrenner weiterhin, dass der Gemeinderat immerhin eine 90-prozentige Erhöhung beschließe. In Richtung Feuerwehr erinnerte er an die angespannte finanzielle Situation, gerade aufgrund von Corona.

Entschädigung pro Jahr

Kommandant 2550 Euro, Kommandant und Abteilungskommandant 3300 Euro, stellvertretender Kommandant 850 Euro, stellvertretender Kommandant und Abteilungskommandant 1600 Euro, Jugendfeuerwehrwart 650 Euro, stellvertretender Jugendfeuerwehrwart 650 Euro, stellvertretender Abteilungskommandant 650 Euro, Gerätewart 1000 Euro, stellvertretender Gerätewart 250 Euro, Obmann Altersabteilung 200 Euro, Atemschutzgerätewart 1500 Euro, Atemschutzbeauftragter 250 Euro, Elektrobeauftragter 450 Euro, Funkbeauftragter 450 Euro, EDV-Beauftragter 500 Euro, Kleiderwart 250 Euro, Reinigungskraft 300 Euro.

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