Friesenheim Chemikalie löst Großeinsatz aus

Auf dem Gelände der Friesenheimer Firma Kammin ist am Donnerstagmorgen eine Chemikalie ausgelaufen. Das Areal wurde weiträumig abgesperrt und die Feuerwehr Friesenheim sowie der Gefahrgutzug der Feuerwehr Lahr hinzugerufen.

Friesenheim. Gegen 10 Uhr hat ein Mitarbeiter von Firma Kammin Metallveredelung den technischen Defekt bemerkt. Umgehend wurde die Feuerwehr alarmiert. Um 10.05 Uhr hatte Kommandant Thomas Manach den Einsatz auf seinem Piepser. Die Alarmierung löste einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungsdienst aus. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden.

Schnelles Handeln der Mitarbeiter

Wie es zum technischen Defekt gekommen ist, ist noch ungeklärt. Ein Wasserrohr sei gebrochen und habe einen Chemikalienbehälter geflutet. Über diese Flutung kam eine geringe Menge der Chemikalie ins Abwasser –­ ein Regenwasserkanal. Umsichtiges und schnelles Handeln der Mitarbeiter hat einen größeren Schaden verhindert. Die Feuerwehrabteilungen Friesenheim und Schuttern legten umgehend ein Rohrabdichtkissen in die Kanalisation und verhinderten so das Abfließen der Chemikalie. Hinzugerufen wurde eine Spezialfirma, die die Chemikalie am Feiertag aus der Kanalisation entfernt und den Regenwasserkanal wieder gereinigt hat. Die Entsorgung des Stoffes übernimmt die Firma Kammin.

Die Feuerwehr war insgesamt mit zwölf Fahrzeugen und 55 Personen im Einsatz. Weitere Fahrzeuge kamen über die Rettungsdienste hinzu. In der Ausrückfolge wurden die Abteilungen Friesenheim und Schuttern gerufen. Beide Abteilungen waren mit 30 Einsatzkräften an Ort und Stelle. Weitere 25 Einsatzkräfte sind von der Gefahrgutabteilung Lahr hinzugerufen worden. Das Amt für Wasserwirtschaft im Landratsamt Offenburg wurde ebenfalls über den Vorfall umgehend informiert. Verletzt wurde niemand. Die Höhe des Schadens lässt sich noch nicht beziffern.

Großeinsatz bereits vor zwei Jahren geprobt

An Fronleichnam hat sich die gute Zusammenarbeit von Friesenheim, Schuttern mit dem ABC-Zug aus Lahr gezeigt. Gerade einmal zwei Jahre ist es her, dass alle drei Abteilungen gemeinsam bei der Firma Kammin einen Großeinsatz geübt haben. Dabei inszenierten die Verantwortlichen einen Unfall mit Ammoniak- und Natriumdithionitlösung. Erstmals zum Einsatz kam ein Rohrdichtkissen, das die Firmen Albea und Kammin der Friesenheimer Feuerwehr im Wert von 7000 Euro gespendet hatten.

Dieses Rohrdichtkissen kam jetzt in Schuttern erstmals im Ernstfall zum Einsatz.

Die Friesenheimer Firma Kammin ist ein Familienbetrieb in zweiter Generation mit aktuell mehr als 100 Mitarbeitern. Das Unternehmen zählt zur den führenden und leistungsstärksten Metallveredelungsbetrieben in Deutschland. Der innerbetriebliche Transport von Flüssigkeit erfolgt zu 99 Prozent in doppelwandigen Sicherheitsrohren.