Friesenheim Bottiche werden durch Boxen ersetzt

Die Bottiche, in denen bislang die Trauben transportiert wurden, gehören der Vergangenheit an. Die Friesenheimer Winzer, darunter auch Günter Siefert (links) und Helmut Büchele, werden künftig mit Traubenboxen arbeiten. Foto: Archiv - Bohnert-Seidel

Friesenheim - Die Friesenheimer Winzer haben sich nicht nur als Genossenschaft sondern nun auch als Erzeugergemeinschaft zusammengeschlossen. Auch wurde bei der außerordentlichen Sitzung beschlossen, Bottiche durch Traubenboxen zu ersetzen.

Erzeugergemeinschaft nun beim Regierungspräsidium gelistet 

Die Winzergenossenschaft Friesenheim hat ihre Satzung geändert, um als Erzeugergemeinschaft beim Regierungspräsidium gelistet zu sein. Die Neujustierung der Satzung gibt die rechtliche Struktur vor, um weiterhin mit der Ortenauer Weinkellerei (OWK) Verträge abschließen zu können. Über ein Jahr wurde an der Satzung über den Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband gefeilt.

Gerd Michaelis, Geschäftsführer der WG Friesenheim, erläuterte in der außerordentlichen Mitgliederversammlung die Satzungsänderung. Vor den mehr als 30 erschienenen Winzern breitete er die wesentlichen Veränderungen der Satzung aus. Am Ende stimmten alle Winzer für die Satzung, die die WG Friesenheim ein Stück weiter in der Vermarktung des heimischen Weines bringen dürfte. Der Begriff Erzeugerabfüllung umfasst einmal mehr die Einhaltung der Qualitätsanforderungen, denen sich ohnehin jeder einzelne Winzer verpflichtet fühle.

Mit der Umstellung wird Ladungssicherheit verbessert

Aber die Winzer sind nicht nur zur Satzungsänderung gekommen. Gebrochen wird mit der alten Tradition der Bottiche. Die Ortenauer Weinkellerei wird ab der Weinlese 2020 die Anlieferung von Traubengut in neue Traubenboxen umstellen. 1100 Boxen wurden beschafft. Johannes Jäger von der OWK betonte die damit verbundene Ladungssicherheit von Lkws und stellte auch eine wirtschaftlichere Handhabung sowie einen Qualitätsunterschied heraus. Weniger Trauben im Bottich erhöhten den Bestand der Trauben im Behälter.

"Die Trauben werden nicht mehr so zusammengedrückt", erklärte Jäger. Weil die Boxen stapelbar sind, ließe sich ein Lkw außerdem mit bis zu 22 Tonnen beladen und nicht wie vorher mit einem maximalen Ladegewicht von 16 Tonnen. Die Winzer fragten süffisant: "Zeigt sich eine Kostenersparnis beim Weinkeller auch bei den Auszahlungspreisen?" Während ein Bottich knapp 650 Kilo fasste, verbleiben in der Box maximal 450 Kilo.

Umstellung sorgt für Diskussionen

Dass Jäger mit seinen Erläuterungen zur Umstellung von Bottichen auf Boxen keine offene Türen einrannte, wurde mit heftigem Gemurmel, aber auch durch Einwände deutlich. "Die Kisten sind kleiner als jeder Bottich. Das heißt für mich, dass ich mehrmals aus dem Weinberg zur Annahme fahren muss", erklärte Helmut Curtaz.

Mit der Einführung von Traubenboxen sehen sich vor allem die kleineren und älteren Winzer benachteiligt. Andreas Eisenbeis bemerkte: "Wir hätten uns gern etwas mehr Zeit für die Umstellung gewünscht." In den Wintermonaten wäre ausreichend Zeit für eine Vorbereitung von Maschinen gewesen, betonte Richard Kopf. Gleichzeitig stellte er fest: "Im Gelände wird das Beladen schwieriger werden. Außerdem müssten die Winzer ihre maschinellen Vorrichtungen einer Gabel für das Aufladen der neuen Boxen an den Traktoren erneuern." Noch im August wird die Winzergenossenschaft zu einer weiteren Versammlung einladen.

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