Friesenheim Bald Platz für 20 Kindergarten-Kinder

Die Vorbereitungen für Strom und Wasser für den neuen Naturkindergarten laufen bereits. Foto: Bohnert-Seidel

Oberweier - In einer öffentlichen Sitzung stimmte der Ortschaftsrat Oberweier für die Einrichtung eines zweiten Bauwagens. Das bietet dem Naturkindergarten Platz für 20 Kinder mehr.

Bauantrag bereits für zwei Gruppen gestellt

"Der Bedarf an Kindergartenplätzen ist in Friesenheim sehr hoch" – mit diesen Worten leitete Peter Pilgram stellvertretend für den Ortsvorsteher Andreas Bix die öffentliche Sitzung in der Waldmattenhalle ein.

Deshalb hat der Rat eine zweite Gruppe im Naturkindergarten für das Kindergartenjahr 2020/2021 beschlossen. Weil sich der Naturkindergarten auf der Gemarkung Oberweier befinden wird, lag die Entscheidungsmacht beim Ortschaftsrat. Dieser hat einstimmig für eine Gruppe, die es ab Mai 2021 geben soll, gestimmt.

Ab Anfang des kommenden Jahres soll der erste Naturkindergarten im Lahrer Norden am Hügel des Sternenbergs in Betrieb genommen werden. Zuerst war nur eine einzelne Gruppe geplant.

Aktuellen Hochrechnungen zufolge gibt es aber mehr Bedarf an Kindergartenplätzen, auch für über 3-jährige Kinder. Um diesen Platzbedarf nun kurzfristig abdecken zu können, soll es nun eine zweite Gruppe geben.

Der Bauantrag wurde bereits für zwei Gruppen gestellt. Außerdem sollen die Kinder dann auch sieben statt nur fünf Stunden betreut werden können.

Kosten für die Gemeinde werden noch deutlich steigen

"Der Naturkindergarten lässt die Gemeinde in der aktuellen Situation schnell reagieren", betonte Pilgram. "Tatsächlich steigen die Bedarfszahlen für Kindergartenplätze", ergänzte Ratsmitglied Wolfgang Kienzler (FW). Durch einen zweiten Wagen könnten dann 20 weitere Kinder in der Betreuung aufgenommen werden.

Aber auch der Kindergarten St. Michael war Thema in der Ratssitzung: Die Betriebskostenabrechnung von 2015 bis 2019 zeigt, dass die Kosten für den Kindergarten von 450 .000 Euro auf 530.000 Euro im Jahr gestiegen sind.

Jährliche Steigerungen von knapp 30.0 00 Euro seien die Regel. Das Fazit des Rats: Die Einnahmen können die Ausgaben für die Betriebskosten nicht decken.

Die Gründe für die höheren Kosten liegen für Pilgram auf der Hand: Die gesetzlichen Anforderungen erforderten mehr Personal bei kleineren Gruppen. "Außerdem haben die kirchlichen Träger die Gemeinden gebeten, sich mehr an der Ausgleichung des Defizits zu beteiligen", ergänzte Kienzler.

In der Summe koste allein der Betrieb der Kindergärten die Gemeinde 2,7 Millionen Euro. Kinderbetreuung und Schule ließen den finanziellen Spielraum der Kommune enger werden.

Mit der Inbetriebnahme des Kindergartens im ehemaligen Klostergebäude in Heiligenzell, der zuvor von der Kirche betrieben wurde, würden die Kosten für die Gemeinde dann noch deutlicher steigen.

Haushalt

In seiner Klausurtagung vom 24. Oktober hat der Gemeinderat bereits für das Haushaltsjahr 2021 anteilige Kosten für die Inbetriebnahme der zweiten Gruppe (Mai bis Dezember) in Höhe von 64.000 Euro in den Haushaltsentwurf aufgenommen.

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