Friesenheim Auch mehrstöckige Häuser lassen sich mit Holz sicher erstellen

Friesenheim. Wie steht es um die Zukunft des Holzbaus im Schwarzwald? Dieser Frage ist ein Expertengremium aus Vertretern von Holzbauverbänden, Kommunal- und Landespolitik, Wirtschaft und Forst bei einem Besuch in Friesenheim nachgegangen. Gastgeber war Innungsobermeister Alexander Weschle.

Unter den Besuchern war auch Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil in ihrer Funktion als Vorsitzende des Bauausschusses des Deutschen Bundestags. Ebenfalls dabei: Michael Hafner, Mitglied im Beirat Pro Holz Schwarzwald, und der heimische CDU-Abgeordnete Peter Weiß.

Im Grunde gehöre dem Rohstoff Holz nach wie vor die Zukunft, so der einhellige Tenor. Gemessen am derzeitigen fehlendem Wohnraum würden Investoren jedoch Anreize vermissen. "In unserem Land besteht ein sehr hoher Nachholbedarf für Wohnungsbau", betonte Hafner. Seinen Angaben zufolge würden allein 60 000 Wohnungen benötigt. "Holz ist als Baustoff zu fördern", befand er. Es eigne sich hervorragend für den Geschosswohnungsbau sowie dem Mehrfamilienhausbau. Er betonte, dass vier bis sechs Geschosse ohne Probleme aus Holz zu bauen seien. Laut Verband sind bereits heute mehr als 30 Prozent aller Ein- und Zweifamilienhäuser aus Holz gefertigt worden.

Weiß legte Wert auf die Feststellung, dass Baden-Württemberg ein Zuzugsland sei. Menschen fänden hier noch gute Jobs und strebten so auch auf den Wohnungsmarkt. Für Mechthild Heil stand in diesem Zusammenhang fest, dass Gemeinden und Land das Thema Wohnungsbau verschlafen hätten. Ihrer Meinung nach sei die Innenentwicklung wichtiger als die Außenentwicklung.

Zwar dürften junge Familien eine spürbare Entlastung über das Baukindergeld erfahren. Doch die Förderung reiche dem Mittelstand nicht aus. "Vor allem Abschreibungen auf Sanierungen sollten höher bewertet werden", fordert Weschle. Als "zu eng gestrickt und veraltet", bezeichnete Zimmerermeister Moritz Weschle darüber hinaus die Landesbauverordnung. So könne es doch "nicht sein, dass eine Styropordämmung besser als eine Holzwolledämmung eingestuft wird", machte er seinem Ärger Luft.

"Da sind wir als Bundespolitiker fein raus", kommentierte das Mechthild Heil. Die Landesbauverordnung sei Sache der Länder und müsse entsprechend dem Holzbau angepasst werden. Schützenhilfe erfuhr der Zimmerermeister von Weiß: "Die Landesbauverordnung ist dringend renovierungsbedürftig."

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