Friesenheim Am Weinberg wird’s für Autos eng

Friesenheim - Stau auf dem Weinberg und langsames Fahren auf der Umleitungsstrecke durch Schuttern hat der erste Tag der B 3-Sperrung gebracht. Manch einer klagt, doch die Ortsvorsteher haben Schlimmeres befürchtet.

 

Seit Montagmorgen gilt die Vollsperrung der Bundesstraße 3 zwischen der Leutkirchstraße Oberschopfheim und dem Ortsausgang in Richtung Friesenheim auf einer Länge von knapp 250 Metern. Die Umleitungsstrecke ist ausgeschildert und führt über die Bahnhofstraße in Friesenheim nach Schuttern über Kürzell, Ichenheim bis nach Niederschopfheim.

Pendler und andere Verkehrsteilnehmer, die sich auskennen, nutzen den Weg über die Weinbergstraße in Friesenheim oder die Oberschopfheimer Straße in Oberweier übers "Meiersmättle" nach Oberschopfheim. "Das komplette Chaos ist ausgebrochen", stellte Ewald Schau­brenner aus Oberschopfheim am Montagmorgen gegenüber der Lahrer Zeitung fest. Für eine Strecke, die er normalerweise über den Weinberg nach Friesenheim in fünf bis acht Minuten zurücklegt, benötigte er am Montagmorgen 45 Minuten. "Der Wahnsinn", sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat und schüttelt mit dem Kopf. "Künftig werde ich für diese Strecke das Fahrrad nehmen", schlussfolgerte der Oberschopfheimer. Bürgermeisterstellvertreterin Charlotte Schubnell berichtet gar von einem 40-Tonner, der sich die Umfahrung über die Landstraße sparen wollte und sich über den Weinberg schlich. "Außerdem sind viel zu viele Sprinter auf dieser Strecke unterwegs", so Schubnell.

Bei aller Verkehrsdichte über den Weinberg während des Pendelverkehrs sehen die betroffenen Ortsvorsteher Michael Jäckle (Oberschopfheim), Richard Haas (Oberweier) und Hans-Jürgen Kopf (Schuttern) die Lage recht entspannt. Von einer im Ort angedachten Einbahnregelung über die Weinberge Friesenheim und Oberweier hält Haas überhaupt nichts. Diese Regelung würde die Gemeindeverbindungswege eher als scheinbar normale Straße deklarieren und dort langfristig für zu viel Verkehr sorgen.

Verkehrsteilnehmer aus dem Schuttertal, die ebenfalls normalerweise die Strecke über Friesenheim wählen, nehmen mittlerweile die Autobahn oder fahren ohnehin über den Schönberg, weiß Haas. "Da müssen wir durch", ist auch die Einschätzung von Jäckle.

Am Montagmittag machte sich Kopf ein Bild von der Situation im Nadelöhr Schutterner Hauptstraße: "Das Verkehrschaos wie ich es eigentlich vermutet hätte, ist ausgeblieben". Die Autos fahren mit 30 Stundenkilometern und halten sich mehr oder weniger an die Geschwindigkeit, was ebenfalls für eine Entspannung sorgt. Kopf zeigt auch einen riesigen Laster und stellt fest: "Dieses Fahrzeug nimmt eindeutig die Umleitung." Generell gilt für ihn: "Mit einem gewissen Verkehrsaufkommen müssen wir einfach leben." Außerdem sei nach drei Wochen alles wieder vorbei. Wenn nun mal über die Bundesstraße in offener Bauweise riesige Regenwasserkanalrohre verlegt werden müssen, gehe die Sicherheit der Bauarbeiter vor.

  • Bewertung
    0