Friesenheim Als harmonisches Ganzes brilliert

Mit seinem Neujahrskonzert überraschte und begeisterte der Musikverein Friesenheim in der Sternenberghalle. Er schuf einen überwältigenden Spannungsbogen von unterschiedlichen Lebenswelten.

Friesenheim. Am Samstagabend hat einfach alles gestimmt. Da wippten die Beine, das Publikum schwelgte in Erinnerungen und ließ sich mitreißen von einem ansteckenden Klangkörper. Musikalische Prosa offenbarte sich den mehr als 300 Zuhörern. Die Kompositionen spiegelten ein Stück Lebenseinstellung. "Black and White", Schwarz und Weiß lautete das musikalische Motto zum Neujahrskonzert. Frisch und klangvoll die Spielweise, und die Jugend offenbarte sich in diesem Jahr als ideales Moderatorenteam: Leon Rottler (Tenorhorn) und Alina Oschwald (Horn) sowie Katharina Kilius und Jannika Matt (beide Klarinette) führten gekonnt durch das Programm.

Wer braucht schon Filme, wenn er die aussagekräftige Klangwelt des Musikvereins erleben darf. Zum Einstieg entführte das Orchester unter der Leitung von Marco Kaulke aufs Meer. Moby Dick wird von Käpt’n Ahab gejagt. Am Ende kennzeichnen die Instrumente den Tod des Wals.

Facettenreich erzählten die gut 50 Musiker klangvolle Geschichten. Zum Weinen schön und ein stiller Genuss in Gedenken an die mutige Sophie Scholl und die Studentengruppe "Die Weiße Rose": "The Secret of the White Rose" von Otto M. Schwarz ließ innehalten. Einen fidelen, glanzvollen Tanz seiner Finger auf der Klarinette vollendete Daniel Künstle zum Stück "Dancing Ebony". Ihm schenkte das Publikum einen besonderen Applaus. Heiter bis keck das Spiel, lebhaft wie die Jugend, die an diesem Abend glänzte und begeisterte.

Das Publikum erlebte ein heiteres Blasorchester, das dem Lächeln des Dirigenten Kaulkes folgte. So wurde der Funke wunderbar leicht und beschwingt auf das Publikum übertragen. Das genoss die Auswahl und bejubelte jedes Stück. In die Pause verabschiedete sich der Musikverein mit dem rasanten Konzertmarsch "Frederick’s Black Devil". Den schwarzen Teufel hat das Orchester nicht geritten, rasant und feurig schön blieb die Spielweise dennoch. Nach der Pause übernahm das Orchester Regie und Produktion für Kompositionen aus der Filmwelt und der Musicals. Das Orchester bewegte sich auf einer Zeitreise in eine Zukunft von "Star Trek". Wer diese Welt bislang nicht kannte, schnupperte über eine grandiose Musik in die Werke hinein. Nachhilfe schenkte der Musikverein, der sich als klangvoller Geschichtenerzähler entpuppte und sich an diesem Abend von seinem restlos begeisterten Publikum feiern ließ.

Gute Nachrichten für den Musikverein: Das Orchester wächst. Die Neuzugänge sind Ann-Kathrin Bauer (Querflöte), Marc Schaller (Tuba), Jessica Ekhardt (Saxofon) und Jasmin Oswald (Saxofon).

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