Freie Stellen in Gastronomie und Wirtschaft Gute Chancen für Ferienjobber in Lahr

Vincent Kapitel-Stietzel
Scannen für Bares: Auch im Lahrer DHL Paketzentrum gibt es Ferienjobs. Foto: DHL

Die Sommerferien haben begonnen – doch neben Urlaub gibt es für Schüler auch eine weitere Option: Das eigene Taschengeld mit Ferienjobs kräftig aufstocken. Doch welche Unternehmen in Lahr bieten Ferienjobs an und was sollte man beachten?

Lahr - Nicht jedes Unternehmen in Lahr bietet Ferienjobs an, gerade in Branchen, in denen sehr viel Fachwissen nötig ist. Dem Unternehmen Brüder Neumeister zufolge sei es sehr schwierig, jemanden kurzfristig in die Produktionsabläufe einzulernen. Schneider Electric bietet ebenfalls keine Ferienjobs an. Doch Anlaufstellen gibt es viele: Neben großen Firmen, Cafés oder Gaststätten gibt es noch weitere, mit denen man vielleicht nicht rechnen würde, wie die Stadtverwaltung oder das Krankenhaus.

Schaeffler: Die Pressesprecherin des Maschinenbauers, Annett Fischer, sagt: "Ja, Schaeffler in Lahr bietet Ferienjobs an, sowohl in der Produktion als auch in Querschnittsfunktionen. Für die Unterstützung in unserem Werk ist ein Mindestalter von 18 Jahren erforderlich, da es sich um Schichtarbeit handelt. Es sind befristete Aushilfstätigkeiten mit bis zu drei Monaten Dauer und einem festen Stundenlohn. Einen Teil unserer Ferienjobs konnten wir bereits besetzen. Wir haben aber auch noch offene Stellen."

WagnerSystem: Laut der Pressesprecherin des Räder- und Rollenherstellers, Eva Schilling, "sind noch Ferienjobs frei, bei Konfektionierung, Kommissionierung und für einfache Bürotätigkeiten." Sowohl Ferienjobs auf 450 Euro-Basis oder zeitlich befristete Minijobs – bis zu drei Monate bei unbegrenzten Gehalt – seien möglich. Letztere "auch über die Ferien hinaus." Die Bewerber müssen mindestens 16 Jahre alt sein, die Mindestdauer der Jobs betrage drei Wochen.

Ortenau-Klinikum Lahr: Auch das Lahrer Krankenhaus bietet Ferienjobs an, so Pressesprecher Christian Eggersglüß: "Wir suchen Ferienjobber zur Unterstützung in Abteilungssekretariaten und in der Küche, für zwei bis vier Wochen. Also zeitlich befristete Jobs, wobei 450 Euro-Jobs auch möglich sind." In den Sekretariaten handelt es sich laut Eggersglüß um administrative Aufgaben wie Ablagetätigkeiten oder Büro-Unterstützung.

In der Küche gehe es darum, die Köche zu unterstützen und bei der Essensausgabe und dem Spülen mit anzupacken. Voraussetzungen seien gute Deutschkenntnisse und Zuverlässigkeit. "Außerdem sind für die Tätigkeit im Krankenhaus Schutzimpfungen gegen Masern und Corona vorgeschrieben", so Eggersglüß. Bisher seien erst wenige Bewerbungen eingegangen. "Bewerbungen sind sehr willkommen", so Eggersglüß.

DHL-Paketzentrum Lahr: "Wir bieten Ferienjobs, dauerhafte Beschäftigung und Aushilfstätigkeiten in verschiedenen Zeitlagen an, beim Be- und Entladen von Paketen", so Pressesprecher Dieter Nawrath. "Wichtig sind für uns die körperliche Fitness und das Mindestalter von 18 Jahren." Mit den Beschäftigten werde nach ihren Möglichkeiten und Wünschen individuell das Beschäftigungsverhältnis vereinbart, so Nawrath. Es hätten sich bereits rund 100 Bewerber für die Ferienjobs gemeldet.

Stadtverwaltung: Auch die Stadt hat Ferienjobs zu vergeben, allerdings nur an Kinder von Mitarbeitern der Stadt, so Pressesprecher Nicolas Scherger. "Die Stadt Lahr bietet bereits seit vielen Jahren Ferienjobs in folgenden Bereichen an: bei den Bädern, der Mediathek, im Stadtarchiv, beim Bau- und Gartenbetrieb und auf dem Friedhof. Die Ferienbeschäftigungen werden in den Sommerferien mit einer Dauer von grundsätzlich zwei Wochen – in der Mediathek drei Wochen in Teilzeit – vergeben.

Im Terrassenbad erfolgt der Einsatz der Ferienbeschäftigten je nach Bedarf auch an den Wochenenden stundenweise." Das Mindestalter betrage 15 Jahre. "Aufgrund der sehr hohen Nachfrage bieten wir die Jobs nur in einem internen Verfahren den Kindern von Mitarbeitenden an. Dabei kann höchstens ein Kind pro Familie berücksichtigt werden. Eine Ausweitung der Stellen ist aktuell nicht in Planung", so Scherger.

Café Burger: Die Genussmanufaktur im Quartier Q14 bietet zwar generell Ferienjobs an, "aber unsere Aushilfen aus dem Bestand decken das ab", berichtet Annette Schulz, die stellvertretende Geschäftsführerin. "Langjährige Aushilfen haben Vorrang", außerdem habe sie schon sechs oder sieben Bewerber für einen Ferienjob, die sie allerdings vertrösten müsse, "bis ich weiß, wie die Aushilfen ihren Urlaub geplant haben."

Auf die Frage nach den Voraussetzungen lächelt sie und antwortet: "Ich sage jetzt mal zwei Hände, freundlich, gepflegt und eine Aufgeschlossenheit", denn sie benötige "appetitliche Mitarbeiter" im Café. Bei den Ferienjobs im Café Burger handelt es sich um befristete Minijobs.

Gasthaus »Grüner Baum«: Auch die Lahrer Gastronomie hat Ferienjobs zu vergeben, wie Martin Feger mitteilt. Der Inhaber des "Grünen Baum", der auch Dehoga-Kreisvorsitzender ist, empfiehlt deshalb allen, die sich um Sommer etwas dazuverdienen wollen, bei den Lahrer Gasthäusern nachzufragen. Im "Grünen Baum" seien noch zwei oder drei Ferienjobs zu haben. Bewerber sollten aufgeschlossen sein und mit Menschen umgehen können. Erwachsene erhalten laut Feger den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, doch man vergebe Ferienjobs auch an Schüler.

 Arbeitsagentur: Die Ar- beitsagentur bietet zwar selbst keine Ferienjobs an, vermittelt aber Minijobs bis drei Monate, so die Antwort auf eine Nachfrage unserer Redaktion. Jobs auf 450 Euro-Basis werden nicht vermittelt. Laut Pressesprecherin Roswitha Huber würden die Betriebe aber nur vereinzelt Ferienjobs bei der Agentur melden: "Schülerinnen und Schüler bewerben sich in der Regel direkt bei den Firmen. Allerdings sind Anfang Juli viele Jobs für diesen Sommer bereits vergeben. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Ferienjobs mehr gibt. Wenn möglich, sollte der Ferienjob mit Blick auf den späteren Ausbildungsberuf gewählt werden. Wir empfehlen, Ferienjobs wie auch Praktika bei späteren Bewer- bungen in den Lebenslauf aufzunehmen."

Julia Morelle, Leiterin des Amtes für Gewerbeaufsicht, erklärt: Für Kinder unter 13 Jahren gilt ein Beschäftigungsverbot. Von 13 und 15 Jahren können sie in den Schulferien mit Einwilligung der Eltern bis zu zwei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr mit leichten Tätigkeiten beschäftigt werden. Jugendliche zwischen 15 und 18 dürfen pro Jahr höchstens vier Wochen in den Ferien einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen. Akkordarbeit, gefährliche Arbeiten und Nachtarbeit sind verboten.

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