Formel 1 am Nürburgring Rennzirkus ab 2015 jährlich in der Eifel

Von 2015 an ist die Formel 1 wieder jährlich auf dem Nürburgring zu Gast. Foto: dpa

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und der neue Nürburgring-Besitzer Robertino Wild sind sich einig: Die Boliden der Formel 1 werden von 2015 an wieder jährlich ihre Runden in der Eifel drehen. Was wird nun aus der Hockenheim-Rennstrecke?

Nürburg - Motorsport-Fans können künftig wieder jedes Jahr röhrende Formel-1-Boliden am Nürburgring bestaunen. Weltmeister Sebastian Vettel und Co. werden von 2015 an jährlich in der Eifel ihre Runden drehen. Darauf haben sich Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und der neue Nürburgring-Besitzer Robertino Wild nach Angaben der Capricorn Nürburgring GmbH (CNG) vom Dienstag geeinigt.

Was aus den bislang für 2016 und 2018 geplanten Rennen am Hockenheimring wird, war zunächst nicht klar. Der Geschäftsführer des Hockenheimrings, Georg Seiler, hatte der dpa am Dienstagvormittag gesagt, er gehe davon aus, dass die Formel 1 wie geplant 2016 und 2018 dort zu Gast sein werde. Das sei vertraglich vereinbart. „Ich habe Herrn Ecclestone bislang als fairen und guten Partner kennen und schätzen gelernt.“

Ausgetragen werden solle das Rennen in der Eifel der Vereinbarung zufolge für den Zeitraum von mindestens fünf Jahren unter dem Namen „Großer Preis von Deutschland“. Zuvor hatte die „Rhein-Zeitung“ bereits darüber berichtet. Bislang war die Formel 1 alle zwei Jahre am Nürburgring zu Gast - im Wechsel mit dem Hockenheimring.

Beide Parteien seien davon überzeugt, dass dieser Weg deutliche Vorteile bringe, teilte die CNG mit. Für Sponsoren und Geschäftspartner ergäben sich so optimale langfristige Planungsmöglichkeiten. Vorgesehen sei ein Finanzierungsmodell mit einer „ausgeglichenen Gewinnverteilung“ zwischen beiden Partnern - also der Formula One Group um Ecclestone und der CNG. Nun sollten Gespräche mit potenziellen Partnern und Sponsoren aufgenommen werden.

Wild kennt Ecclestone seit Jahren

Die dauerhafte Bindung der Königsklasse des Motorsports an den Nürburgring wäre ein regelrechter Coup für den neuen Ring-Besitzer Wild, dem auch der Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn gehört. Er kennt Ecclestone seit Jahren.

Klar ist nun endgültig, dass Wild die Neuausrichtung der krisengeschüttelten Rennstrecke konsequent vorantreibt. Zuletzt hatte er sich mit der Konzertagentur Lieberberg nicht auf eine weitere Zusammenarbeit für das Musikfestival Rock am Ring geeinigt, weil diese eine höhere Gewinnbeteiligung der Gegenseite abgelehnt hatte. Von 2015 an steigt nun am Ring ein neues Festival der Deutschen Entertainment AG (Deag), Lieberberg zieht mit seinem Event um.

Capricorn und seine Partner hatten im langwierigen Verkaufsprozess des Nürburgrings im März dieses Jahres den Zuschlag erhalten. Die CNG, deren Gesellschafter neben der Capricorn Group auch die Firma Getspeed ist, wird zum 1. Januar 2015 das operative Geschäft am Ring übernehmen. Zuvor hatte die größtenteils landeseigene Nürburgring GmbH 2012 Insolvenz angemeldet. Die SPD hatte in ihrer Zeit der Alleinregierung rund um die traditionsreiche Rennstrecke einen zu groß geratenen Freizeitpark für rund 330 Millionen Euro bauen lassen. Die oppositionelle CDU begrüßte die Neuigkeit vom Ring und versah dies mit einem Seitenhieb in Richtung Landesregierung.

„Schön, jetzt, wo die LReg ihre Finger nicht mehr drin hat, läufts“, twitterte die Unions-Landeschefin Julia Klöckner. Skeptisch zeigte sich die Initiative „Wir sind Nürburgring“. Bislang sei die Formel 1 stets ein Zuschussgeschäft in zweistelliger Millionenhöhe gewesen, teilte Sprecherin Claire Craus mit. Man sei gespannt, wie Wild das nun handeln wolle.