Fleisch aus dem Naturschutzgebiet Kappeler Salers-Rinder werden geschlachtet

Julia Göpfert
Sie haben eine wichtige Aufgabe: Die Salers-Rinder halten seit 2015 die Landschaft im Taubergießen offen und sorgen dort so für mehr Artenvielfalt. Allerdings dürfen sie sich dafür nicht zu stark vermehren. Foto: Thomas Kaiser

Wirtschaft: Vorbestellungen bis zum 13. November

Zweimal im Jahr geht es den Salers-Rindern im Taubergießen an den Kragen: Damit diese sich nicht zu stark vermehren, werden einige geschlachtet. Wer das Fleisch will, muss jedoch schnell sein. Man kann es nur bis zum 13. November vorbestellen.

Kappel-Grafenhausen - Knapp 14 Kilogramm Rindfleisch, in dieser Größe sind die Pakete mit dem Fleisch der Saler-Rinder abgepackt. Eine ganze Menge auf einmal, selbst für Fleischliebhaber. Allerdings gibt es die Gelegenheit, dieses besondere Fleisch zu kaufen, auch nur zweimal im Jahr. Und selbst dann muss man schnell sein,, da es sich um Frischware handelt. Dieses Mal kann man es nur bis zum 13. November bestellen.

Was das Wilde-Weiden-Fleisch so besonders macht: Die französischen Saler-Rinder werden nicht gemästet. Ihre primäre Aufgabe ist es, im Naturschutzgebiet Taubergießen die Landschaft offen zu halten. Die französische Rinderrasse ist äußerst genügsam und ein guter Futterverwerter – und wächst in Kappel so natürlich auf, wie es in der Stallhaltung gar nicht möglich wäre, berichtet Regina Ostermann, Geschäftsführerin des Landschaftserhaltungsverbands Ortenaukreis der Lahrer Zeitung.

So sind die Rinder das ganze Jahr über draußen, ohne auf den Menschen angewiesen zu sein. Selbst, wenn es darum geht, ein Kalb zur Welt zu bringen, brauchen sie keine Hilfe. Auch Arznei und Antibiotika benötigen die Rinder nicht. Das Maximale, was sie bekommen, ist ein Entwurmungsmittel – und selbst das sei selten, berichtet Ostermann.

Doch da die Rinder sich vermehren, die Fläche aber dieselbe bleibt, muss – auch aus Gründen des Tierwohls – zweimal im Jahr geschlachtet werden. Denn sonst würde das Futter bald nicht mehr für alle Salers-Rinder ausreichen und es würde zudem Machtkämpfe zwischen den Bullen geben. Das Schlachten soll dann aber trotzdem für die Tiere so schonungsvoll und stressfrei wie möglich ablaufen, das ist Ostermann wichtig.

Komplett natürliche Haltung der Rinder

Eine direkte Schlachtung auf dem Weidegrund der Tiere ist nicht erlaubt, allerdings hat der Landschaftserhaltungsverband mit der Metzgerei Reichenbach aus Glottertal jemanden gefunden, der sich mit der Thematik auskennt. Denn der Besitzer ist selbst Rinderhalter und arbeitet auch mit anderen Landschaftserhaltungsverbänden zusammen. Er transportiert die Rinder so angstfrei wie möglich und gibt ihnen auch die Gelegenheit, sich vor dem Schlachten noch zu erholen, berichtet Ostermann.

Damit sich die Schlachtung für ihn aber lohnt, wird das Fleisch der Tiere gleich in großen Mengen verkauft. Dafür aber erhält es der Käufer in einer besonders hohen Qualität: Durch die ganzjährige Freilandhaltung auf den Wilden Waldweiden ist das Fleisch der Rinder gut marmoriert und zartfaserig. Die komplett natürliche Haltung garantiert ein erstklassiges Fleisch für den Fleischliebhaber, berichtet Ostermann. Das wird auch durch die Marke Wilde Weiden nochmals zertifiziert. Das Fleisch der Rinder wird nach der Schlachtung bei der Metzgerei noch zwei Wochen trocken gereift (Dry Aged) und dann weiterverarbeitet.

Die knapp 14 Kilogramm Rindfleisch für 229 Euro können unter dem Link www.der-schwarzwaelder.com/Pakete/November-Paket-vom-Salers-Rind.html oder bei der Metzgerei unter Telefon 07684/2 40 bis 13. November bestellt werden. Der Versand erfolgt dann bundesweit per Express in der Kühltasche am 18. November. Alternativ kann das Fleisch auch in der Metzgerei im Glottertal am 19. November oder bei einer Privat-Adresse in Kappel am 20. November abgeholt werden. Im Paket enthalten sind vom Salers-Rind unter anderem Schulter, Burgerfleisch, Hack, Steakstreifen, verschieden geschnittenes Steak, Trüffel- und Kräuterbratwurst sowie Schmalz.