Fischerbach Von Rumpelstilzchen bis Sindbad

Als Bremer Stadtmusikanten sangen und tanzten die Fischerbacher Grundschüler über die Bühne Foto: Störr Foto: Schwarzwälder Bote

Eine Welt-Uraufführung hat die Fischerbacher Grundschule mit ihrem Musik-Theater "Rettet den Märchenwald" gezeigt. In der Brandenkopf-Halle herrschten tropische Temperaturen, als sich die Schüler in ihr Spiel um die bekanntesten Märchen begaben.

Fischerbach. Erzähler Simon Schmid entführte in die Geschichten des Märchenwalds, die von den Kindern in jungen Jahren kennen gelernt werden und von denen sie sich bis ins Erwachsenenalter verzaubern lassen würden. "Aber es kam die Zeit, da wurden die Menschen nachlässig mit dem Erzählen von Märchen und die Magie im Märchenwald ging verloren", verwies Simon auf das Kommende. Die böse Fee will daraus ihren Nutzen ziehen, weil sie die Märchenfiguren noch nie leiden konnte und den Märchen sowieso schon lange eine andere Wendung hatte geben wollen. Die Kinder Frederik Heizmann, Mila Warneke und Jihan Hasan bitten inständig darum, den Märchenwald nicht zu zerstören und bekommen als Antwort: "Märchenquatsch und Märchenbuch – jetzt gibt es für euch einen Fluch! Diese Kiste – roll, roll, roll – ist mit Märchenzeug ganz voll!"

Drei Stunden bekommen die Kinder nun Zeit, um den Märchenfiguren ihre Utensilien zurückzubringen, nur dann bleibt die Magie im Märchenwald erhalten. Nach der Pause wechselten die drei Kinder das Mikrofon mit Finn Merk, Pia Schmid und Selina Schmid, die im zweiten Teil des Spiels den Märchenwald retteten. Mit unterhaltenden Dialogen, viel Musik und Tanz, gereimten und gesungenen Märchen-Kurzfassungen und pfiffigen Ideen ging es durch die Klassiker wie "Rumpelstilzchen", "Die Bremer Stadtmusikanten", "Hänsel und Gretel" oder "Schneewittchen".

Viertklässlerin Paula Faißt ließ als Solo-Sängerin aufhorchen, der Grundschulchor bereitete dem Publikum viel Freude beim Zuhören. Und so rauschte immer wieder viel Beifall durch den imaginären Märchenwald, in dem "Sindbad der Seefahrer" ebenso seinen Platz hatte wie "Das hässliche junge Entlein". Ein besonderer Hingucker war der aufbauend erweiternde Sprech-Bewegungs-Gesang, mit dem "Die Prinzessin auf der Erbse" äußerte Aufmerksamkeit forderte.

Der große Applaus war verdienter Lohn für die jungen Akteure, deren letzte Schulwochen in erster Linie aus Üben und Vorbereiten bestanden hatte. Die böse Fee befand zwischenzeitlich: "Laber-Rhabarber – die Möchtegern-Märchenwaldretter! Aber: Die Kinder haben wesentlich mehr drauf, als ich dachte." Und das bewiesen sie beim Wettlauf des Hasen mit dem Igel ebenso wie im Eispalast der Schneekönigin oder bei Aschenputtels Tanz im Ballsaal. Mit einem kleinen Märchen-Rate-Spiel wurde das Publikum in die Aufführung mit eingebunden, ein märchenhaftes Buffet der Eltern lud die Besucher zur Stärkung.

Fischerbachs Schulleiter Ralf Prantner begrüßte Eltern, Großeltern und Geschwister zur "waschechten Welt-Uraufführung". Lehrerin Melanie Knödler hatte das Drehbuch zum Stück "Rettet den Märchenwald" geschrieben, führte Regie und war für die Kostüme verantwortlich. Die Fischerbacher Fritz-Ullmann-Schule bringt alle zwei Jahre ein Musik-Theater auf die Bühne.